Rückenmark
Das Rückenmark (lateinisch Medulla spinalis oder Medulla dorsalis, altgriechisch ῥαχίτης μύελος rhachítes mýelos oder νωτιαῖος μύελος nōtiaios mýelos) ist eine lange röhrenförmige Struktur aus Nervengewebe. Es bildet zusammen mit dem Gehirn das zentrale Nervensystem (ZNS) der Wirbeltiere. Es liegt innerhalb der Wirbelsäule im Wirbelkanal (Canalis vertebralis) und wird vom Liquor cerebrospinalis (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit) und den Rückenmarkshäuten (Meningen) umgeben. Zum Schädel hin geht das Rückenmark in den Hirnstamm über. Dessen dem Rückenmark anliegende Struktur heißt verlängertes Mark (Medulla oblongata).
Das segmental gegliederte Rückenmark führt auf- und absteigende Nervenbahnen. Es dient insbesondere der Weiterleitung der Nervenimpulse des Motorcortex an die Muskulatur und von den afferenten Fasern der sensorischen Nervenzellen zum sensorischen Cortex. Auch die viszeralen Innervation von Eingeweiden von Brust-, Bauch- und Beckenhöhle erfolgt teilweise über das Rückenmark.
Weiterhin spielt das Rückenmark eine entscheidende Rolle bei der Koordination von Reflexen und enthält Reflexbögen, die unabhängig vom Gehirn funktionieren.
Schädigungen des Rückenmarks (Myelopathien) treten aus vielfältigen Gründen auf und können mit Funktionsstörungen wie etwa Lähmungen einhergehen.
- ↑ Federative Committee on Anatomical Terminology: Terminologia Anatomica. Medienpaket, Thieme, Stuttgart 1998, ISBN 3-13-115251-6.
- ↑ F. J. Siebenhaar: Terminologisches Wörterbuch der medicinischen Wissenschaften. 2. Auflage, Arnoldische Buchhandlung, Leipzig 1850.
- 1 2 H. G. Liddell, R. Scott: A Greek-English Lexicon. revised and augmented throughout by Sir Henry Stuart Jones. with the assistance of. Roderick McKenzie. Clarendon Press, Oxford 1940.
- ↑ Michaela Harrow-Mortelliti, Vamsi Reddy, George Jimsheleishvili: Physiology, Spinal Cord. In: StatPearls. StatPearls Publishing, Treasure Island (FL) 2023, PMID 31334987 (nih.gov [abgerufen am 21. September 2023]).