Rassismus in den Vereinigten Staaten

Rassismus in den Vereinigten Staaten hat eine jahrhundertelange und vielfältige Geschichte. Vom 17. Jahrhundert, in der Epoche der Dreizehn Kolonien, bis in die 1960er Jahre genossen US-Amerikaner europäischer Abstammung, insbesondere WASPs, exklusive Vorrechte in den Bereichen Erziehung, Einwanderung, Stimmberechtigung, Staatsbürgerschaft, Landerwerb und strafrechtliche Verfahren. Afroamerikaner wurden bis 1865 vor allem in den Südstaaten als Sklaven gehalten und waren auch nach der Abschaffung der Sklaverei den Vorschriften der Rassentrennung unterworfen. Nicht-protestantische Einwanderer aus Europa, insbesondere Iren, Polen und Italiener wurden in der amerikanischen Gesellschaft vielfach aus nativistischen Gründen ausgeschlossen und galten nicht als „vollständig weiß“. Auch asiatische Amerikaner und Hispanics bzw. Latinos, d. h. Immigranten und deren Nachkommen aus spanisch- und portugiesischsprachigen Ländern Amerikas, sehen sich Erscheinungen des Rassismus ausgesetzt. Auf der politischen Ebene zeigte sich der Rassismus im 19. Jahrhundert unter anderem im Aufstieg der nativistischen Know-Nothing-Party, im sinophoben Chinese Exclusion Act und der Indianerpolitik der Vereinigten Staaten.

Rassismus hat sich auf vielfältige Weise geäußert, etwa in Form von Sklaverei, Lynchmorden und Rassentrennung, Indianerkriegen, Indianerreservaten, rassistischen Einwanderungs- und Einbürgerungsgesetzen oder Internierungslagern während des Zweiten Weltkriegs.