Rationalität
Rationalität beschreibt ein vernunftgeleitetes Denken und Handeln. Es ist an Zwecken und Zielen ausgerichtet. Gründe, die als vernünftig gelten, werden absichtlich ausgewählt.
Der Ausdruck entstammt dem lateinischen rationalitas (‚Denkvermögen‘), abgeleitet von ratio (‚Berechnung‘, ‚Vernunft‘, ‚Verstand‘, auch ‚Verhältnis‘, ‚(logischer) Grund‘, ‚Rechtfertigungsgrund‘, ‚Begründung‘). Rationalität kann, je nach Anwendungsbereich und je nachdem, was man als vernünftig betrachtet, unterschiedliche Bedeutungen haben. Man spricht in der Moderne deshalb auch von verschiedenen Rationalitäten der einen Vernunft.
- ↑ Zur Begriffsanalyse vgl. etwa Stefan Gosepath: Eine einheitliche Konzeption von Rationalität. In: Nicole Karafyllis, Jan Schmidt (Hrsg.): Zugänge zur Rationalität der Zukunft. Metzler, Stuttgart 2002, S. 29–52; zur Zielorientierung, S. 43.
- ↑ Joachim Gerlach: Der Satz vom zureichenden Grund: Von A. Schopenhauer zu H. Kuhlenbeck. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 8, 1990, S. 369–379; hier: S. 370 f.
- ↑ Karl-Otto Apel und Matthias Kettner (Hrsg.): Die eine Vernunft und die vielen Rationalitäten. Suhrkamp, Frankfurt 1996.