Re (ägyptische Mythologie)

Re/Ra in Hieroglyphen
Ideogramme


meistens


oder
mit Determinativ

oder


oder
mit Determinativ

oder



oder
mit Determinativ


bei Horus

Auge des Re
oder
Rechtes Auge des Re
Beiname
Altes Reich


Dja-Nut
Ḏ3-Nwt
Der die Nut überquert

Transkription Rˁ(w)
Re-Harachte

Re (auch: Ra) ist der altägyptische Sonnengott, wobei die Sonne selbst als göttliches Wesen verstanden wurde. Er kann bis in die späten Perioden als wahrscheinlich wichtigster altägyptischer Gott bezeichnet werden, da er durch das Wirken seiner Kraft (die Sonne) das Leben auf der Erde ermöglichte und es fortbestehen ließ. Sein Name bedeutet im Ägyptischen schlicht „Sonne“.

Die hervorgehobene Verehrung der Sonne als Sonnenkult lässt sich in königlichen Totentempeln bis in die 3. Dynastie unter Djoser zurückverfolgen. Mit Beginn der 4. Dynastie gewann der Sonnenkult unter Radjedef mit der erstmaligen Nennung des Königs als „Sohn des Re“ eine besondere Bedeutung, die sich in der 5. Dynastie steigerte, aus der auch die ersten ikonografischen Darstellungen belegt sind.

Der Kult des Sonnengottes mündete schließlich in neu errichteten Sonnenheiligtümern – beispielsweise dem Sonnenheiligtum des Niuserre. In der 6. Dynastie stieg Re in Heliopolis zur neuen Hauptgottheit auf und löste Atum ab, der bis dahin den dort ansässigen Kult der Neunheit von Heliopolis angeführt hatte. Im demotischen Papyrus Heimkehr der Göttin werden die acht Gottheiten aus Hermopolis als „Väter des Re“ bezeichnet, der bei dem Aufenthalt der Tefnut in Punt wiederum in seiner Erscheinungsform als Miu („der Kater“) mit dem Gesicht einer Katze auftrat.

  1. Pyramidentextspruch 543a; siehe auch Christian Leitz u. a.: Lexikon der ägyptischen Götter und Götterbezeichnungen (LGG). Band 1: A – i (= Orientalia Lovaniensia analecta. Band 110). Peeters, Leuven 2002, ISBN 90-429-1146-8, S. 587.
  2. Daniel A. Werning: Moderne Transkriptionen. In: Digitale Einführung in die hieroglyphisch-ägyptische Schrift und Sprache. Humboldt-Universität zu Berlin, abgerufen am 29. Januar 2019.
  3. Friedhelm Hoffmann, Joachim Friedrich Quack: Anthologie der demotischen Literatur (= Einführungen und Quellentexte zur Ägyptologie. Band 4). Lit, Berlin 2007, ISBN 3-8258-0762-2, S. 206 und 209.