Reform- und Öffnungspolitik

Reform- und Öffnungspolitik (chinesisch 改革開放 / 改革开放, Pinyin gǎigékāifàng) ist das politische Schlagwort, mit dem die wirtschaftlichen Reformen unter Deng Xiaoping und die Öffnungspolitik der Volksrepublik China gegenüber der Welt und insbesondere dem Westen bezeichnet werden. Offiziell begann diese Phase chinesischer Politik im Jahr 1978 mit den Vier Modernisierungen. Ein Ende dieser Phase wurde noch nicht verkündet.

Nach der Kulturrevolution unter Mao Zedong startete der „Überragende Führer“ Deng Xiaoping das Programm Boluan Fanzheng, das die Grundlage für „Reform und Öffnung“ bildete. Im Dezember 1978 wurde Deng der neue oberste Führer Chinas und startete die Reform und Öffnung. In den 1980er Jahren gab es eine Reihe politischer Reformen, die von Deng Xiaoping, Zhao Ziyang und anderen durchgeführt wurden. Die Reformen endeten jedoch 1989 aufgrund des blutigen Massakers an zivilen Demonstranten auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Nach diesem Tiananmen-Massaker 1989 stagnierten neben den politischen Reformen auch die Wirtschaftsreformen, wurden jedoch nach Deng Xiaopings Südtour im Jahr 1992 wieder aufgenommen. Im Jahr 2001 trat China der Welthandelsorganisation (WTO) bei. 2010 überholte China Japan und wurde die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Nach Angaben der Weltbank stieg das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) Chinas zwischen 1978 und 2014 um das 48-Fache, die Arbeitsproduktivität je Erwerbstätiger erhöhte sich von 1980 bis 2012 um das Neunfache, und der Exportanteil im Verhältnis zum BIP stieg von 4,5 % im Jahre 1978 auf 22 % im Jahre 2014. Andererseits gehörten Korruption und zunehmende wirtschaftliche Ungleichheit zu den ernsten Problemen. Die Manipulation von Wirtschaftsdaten durch die chinesische Regierung, wie die Meldung überhöhter BIP-Zahlen und anderer gefälschter Zahlen, ist ebenfalls ein wichtiges Anliegen.

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