Reichskommissar für Überwachung der öffentlichen Ordnung

Der Reichskommissar für Überwachung der öffentlichen Ordnung, im behördlichen Schriftverkehr auch als Reichskommissar für öffentliche Ordnung (RKO) bezeichnet, war eine dem deutschen Reichsministerium des Innern unterstellte Behörde und existierte vom Frühjahr 1920 bis zu ihrer Auflösung am 1. Juli 1929. Der RKO war mit der Beobachtung von Gegnern der Reichsverfassung im gesamten Staatsgebiet beauftragt und war indirekt ein Vorläufer des Geheimen Staatspolizeiamts (Gestapo) beziehungsweise des Bundesamts für Verfassungsschutz. Es war die erste zentrale deutsche Polizeibehörde zur Erfassung politischer Bewegungen. Sie besaß keine exekutiven Befugnisse, sondern war auf die Nachrichtenerfassung aus den Ländern und deren Nachrichtenstellen beschränkt. Die vom RKO regelmäßig erfassten Lageberichte an die Reichsregierung, verschiedene Reichsbehörden und die Länderregierungen, wurden 1979 vom Bundesarchiv Koblenz auf 399 Microfiches ediert. Sie sind eine wichtige Quelle zur politischen, sozialen und kulturellen Geschichte der Weimarer Republik, aber auch zur Geschichte der KPD, der NSDAP und verfassungsfeindlicher Splittergruppen sowie zur Tätigkeit ausländischer Geheimdienste in Deutschland.