Persilschein

Ein Persilschein war in der Nachkriegszeit in Deutschland und in Österreich ein entlastendes Zeugnis für eine Person, die bei der Entnazifizierung wegen Mitgliedschaft in der NSDAP oder einer anderen NS-Organisation als belastet galt. Belastete Personen reichten Persilscheine bei den Spruchkammern ein, um eine bessere Bewertung zu erreichen und harte Bestrafungen zu vermeiden. Ein zeitgenössisches Synonym war Persilbrief. Die umgangssprachliche Bezeichnung Persilschein wird in Fachtexten zur Entnazifizierung verwendet, neben anderen Bezeichnungen wie Entlastungszeugnis, Entlastungsschreiben oder Leumundszeugnis.

Heute wird der Ausdruck „Persilschein“ auch auf andere Sachverhalte angewendet, bei denen es um eine Entlastung geht.

  1. Thorsten Eitz: Wörterbuch der „Vergangenheitsbewältigung“. Die NS-Vergangenheit im öffentlichen Sprachgebrauch. Olms, Hildesheim / New York 2007, S. 200.
  2. Paul Hoser: Persilschein. In: Historisches Lexikon Bayerns, siehe Abschnitt Reaktionen in der Gesellschaft.
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  4. Kirchliche Entlastungsschreiben für Generale: „Persilscheine“ Landeskirchliches Archiv Stuttgart, Signatur D 42, Nr. 161, online bei deutsche-digitale-bibliothek.de.