Rekristallisationsglühen

Temperatur Farbe
550 °CDunkelbraun
630 °CBraunrot
680 °CDunkelrot
740 °CDunkelkirschrot
780 °CKirschrot
810 °CHellkirschrot
850 °CHellrot
900 °CGut Hellrot
950 °CGelbrot
1000 °CHellgelbrot
1100 °CGelb
1200 °CHellgelb
>1300 °CGelbweiß

Unter Rekristallisationsglühen versteht man ein Glühen ohne Phasenänderung bei einer Temperatur im Rekristallisationsbereich (bei Stahl in der Regel von 550 bis 700 °C) nach einer Kaltumformung. Das Rekristallisationsglühen wird hauptsächlich nach (und ggfs. zwischen) den einzelnen Umformungsstufen beim Kaltwalzen bzw. -ziehen von Blechen und Drähten angewandt.

Durch Kaltumformung (Ziehen, Walzen, Pressen, Stauchen) wird das Gefüge von Metallen in der Umformungsrichtung gestreckt, die Festigkeit nimmt zu, die Verformbarkeit jedoch ab; dies bezeichnet man als Kaltverfestigung. Daher muss nach einem bestimmten werkstoffabhängigen Verformungsgrad ein Rekristallisationsglühen durchgeführt werden, um den ursprünglichen Gefügezustand wiederherzustellen.

  1. Ulrich Fischer: Tabellenbuch Metall. 41. Auflage. Verlag Europa-Lehrmittel Nourney, Vollmer, 2001, ISBN 3-8085-1721-2, S. 128B.
  2. Wolfgang Bleck: Werkstoffkunde Stahl für Studium und Praxis. Verlag Mainz, Aachen 2010, ISBN 978-3-89653-820-8.