Religionen in Deutschland
Der Anteil der Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung der BRD hat sich in den letzten fünfzig Jahren von über 90 % auf 45 % halbiert, während sich der Anteil der konfessionfreie von unter fünf auf fast 50 % verzehnfacht hat.
Der Anteil der größten Einzelgruppe, der Konfessionslosen, lag zum Jahresende 2023 bei 46,2 % und Jahresende 2024 bei 47 %. Die römisch-katholische Kirche hatte Ende 2023 rund 20,3 Millionen Mitglieder (24,0 % der Gesamtbevölkerung), die evangelischen Kirchen der EKD hatten zusammen Ende 2023 rund 18,6 Millionen Mitglieder (21,9 %). Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben im Jahr 2024 zusammen mehr als eine Million Mitglieder verloren. Die Zahl der Mitglieder in der katholischen Kirche sank 2024 weiter auf 19,77 Millionen; in der evangelischen Kirche sank die Mitgliederzahl auf 17,98 Millionen.
Insgesamt gehörten Ende 2025 43,8 % der Deutschen einer der beiden großen Kirchen in Deutschland an. Ende 2023 gab es erstmals genauso viele konfessionslose Menschen (ca. 46 %) wie römisch-katholische und evangelische Kirchenmitglieder zusammengenommen (24 bzw. 22 %). Zählt man Orthodoxe und Mitglieder anderer christlicher Gemeinschaften dazu, lag der Anteil der Christen 2023 bei zirka 48 %, 2020 hatte er noch 54 % betragen. Die Glaubenspraxis in Deutschland im Jahr 2023: Religiös aktiv sind nur noch rund fünf Prozent. Fünf Prozent der Bevölkerung (und aller Religionen) sind als „praktizierende Gläubige“ zu betrachten. Von 100 Bundesbürgern nehmen inzwischen 95 nicht mehr an Gottesdiensten teil, nur 5 von ihnen besuchen regelmäßig eine Kirche, Moschee oder Synagoge. Kaum eine andere statistischen Kennzahl zeigt so deutlich, wie weit die Erosion des Glaubens vorangeschritten ist.
Die Zahl der Muslime mit Migrationshintergrund wurde für das Jahr 2019 zwischen 5,3 und 5,6 Millionen. geschätzt, was 6,3 bis 6,7 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Nach Recherchen des FoWiD gab es im Jahr 2023 3,2 Mio. (3,8 % der Bevölkerung) konfessionsgebundene Muslime.
In Schleswig-Holstein, Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bestand 2024/2025 in etwa Gleichstand zwischen Christen und Nichtchristen. In den restlichen alten Bundesländern gab es, von den Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen abgesehen, mehr Christen als Nichtchristen; wobei der Westen (Saarland) mehrheitlich römisch-katholisch war.
- ↑ Kirchen und Religionspolitik: Mal auf eine absolute Mehrheit hören. 16. März 2025, abgerufen am 7. August 2025.
- ↑ Religionszugehörigkeiten 2023. 28. August 2024, abgerufen am 21. November 2024.
- ↑ Religionszugehörigkeiten 2024, abgerufen am 1. April 2025
- ↑ Kirchen haben 2024 mehr als eine Million Mitglieder verloren, abgerufen am 27. März 2025
- ↑ Kirchenmitglieder Ende 2025: 43,8 Prozent.
- ↑ Religionszugehörigkeiten 2023
- ↑ Auch in evangelischer Kirche dramatischer Anstieg der Kirchenaustritte. Abgerufen am 26. Juni 2020.
- ↑ BAMF-Forschungszentrum: Neue Studie Muslimisches Leben in Deutschland 2020 zeigt mehr Vielfalt. Abgerufen am 28. April 2021.
- ↑ Muslimisches Leben in Deutschland 2020. Abgerufen am 28. April 2021.
- ↑ Entwicklung der Religionszugehörigkeiten fowid ( vom 3. März 2011 im Internet Archive) (PDF; 78 kB)
- ↑ Religionszugehörigkeiten 2023, Recherche der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland - FoWiD, Fowid nimmt eine Unterscheidung zwischen „Kultur-Muslimen“ und „Konfessionsgebundenen Muslimen“ vor. Der Anteil der „Kultur-Muslime“ wurde aufgrund verschiedener Studien auf 40 % gesetzt; das heißt als Anteil der „Konfessionsgebundenen Muslime“ werden 60 % angenommen, abgerufen am 7. September 2024.
- ↑ Die drei Stadtstaaten im Norden (Hamburg, Bremen und Berlin) sind, ebenso wie die Bundesländer im Osten, mittlerweile mehrheitlich konfessionslos
- ↑ Deutschland katholische Süden und Westen
- ↑ Statistik der evangelische Kirche