Reluktanzmotor

Ein Reluktanzmotor ist eine Bauform eines Elektromotors, bei dem das Drehmoment im Rotor ausschließlich durch die Reluktanzkraft erzeugt wird und nicht zu wesentlichen Anteilen durch die Lorentzkraft, wie es bei magnetisch erregten Maschinen der Fall ist. Die Maschine ist weder mit Permanentmagneten bestückt noch bedarf es elektrischer Wicklungen am Rotor und verschleißanfälliger Schleifringe oder Bürsten. Der Rotor besitzt ausgeprägte Pole und besteht aus einem hochpermeablen, weichmagnetischen Material wie beispielsweise Elektroblech.

Im Vergleich zu permanentmagnetisch erregten Maschinen wie dem Synchronmotor weist der Reluktanzmotor eine geringe Drehmomentendichte auf, das heißt, das Nenndrehmoment, bezogen auf das Volumen der Maschine, ist geringer. Da der Motortyp im synchronen Betriebsmodus mittels eines Frequenzumrichters jedoch einen höheren Wirkungsgrad als sonstige Asynchron- und Synchronmotoren aufweist, ist er dennoch wirtschaftlich.

  1. Dieter Gerling: Vorlesung Elektrische Maschinen und Antriebe. Universität der Bundeswehr München, S. 150–159. Online (Memento vom 13. Dezember 2013 im Internet Archive)
  2. Wirkungsgradvergleich Reluktanzmotor (IE4) zu IE3-Motor. KSB Aktiengesellschaft, archiviert vom Original am 13. Dezember 2013; abgerufen am 4. Dezember 2013.
  3. Reinhard Kluger: IE4-Antriebspaket mit Synchronreluktanzmotor. elektrotechnik, 4. Februar 2013, abgerufen am 8. Dezember 2013.
  4. Peter F. Brosch, Hochschule Hannover: Synchron-Reluktanzmotoren erreichen Effizienzklasse IE4. Energie 2.0 Kompendium 2013, archiviert vom Original am 24. September 2015; abgerufen am 8. Dezember 2013. Vorlage:Cite web: Der Parameter language wurde bei wahrscheinlich fremdsprachiger Quelle nicht angegeben.