Residualton
Residualton oder Residuum (von lateinisch residuum ‚Rest‘) ist ein von Jan Frederik Schouten eingeführter Begriff für ein psychoakustisches Phänomen, welches sich auf musikalische „Töne“ bezieht. Musikalische Töne sind, abgesehen von reinen Sinustönen elektronischer Instrumente, bereits Klänge. Dies sind streng periodische akustische Vorgänge beliebiger Form; sie können, physikalisch gesehen, aus der Überlagerung eines Grundtons (Sinustons) mit einigen Obertönen dargestellt werden. Obertöne sind Sinustöne mit höheren (vielfachen) Frequenzen als die des Grundtons. Bei Klängen, in denen der Grundton nur sehr schwach oder gar nicht vorhanden ist, ergibt sich trotzdem die Wahrnehmung einer Tonhöhe, die diesem fehlenden Grundton entspricht. Auch von der Klangfarbe her wird das Fehlen des Grundtons oft weniger deutlich empfunden, als zu erwarten wäre. Diesen „hinzugefügten“ Grundton bezeichnet man als Residualton.
- ↑ Dieter Meschede, Gerthsen Physik, 23. Auflage, Springer 2005, Seite 191