Reswitching
In der Volkswirtschaftslehre versteht man unter Reswitching (engl. für „zurück wechseln“), dass unter bestimmten Umständen die Unternehmen zuerst, bei steigenden Löhnen, zu einer anderen Produktionstechnik wechseln, und dann, wenn die Löhne noch weiter steigen, "paradoxerweise" wieder zur ursprünglichen Technik "zurück wechseln". Die Diskussion um dieses Phänomen war auch Teil der sogenannten Kapitalkontroverse.
Die theoretische Möglichkeit von Reswitching wurde von Piero Sraffa entdeckt und als schwerwiegende Kritik an den Grundannahmen der neoklassischen Theorie verwendet. Auf Grundlage einer neoklassischen Produktionsfunktion, etwa einer Cobb-Douglas-Funktion, die auch als Ein-Gut-Parabel kritisiert wird, lässt sich Reswitching nicht darstellen. Dort bedeuten steigende Löhne, dass immer in eine Richtung Arbeit durch Kapital ersetzt, substituiert wird, dass also immer andere Produktionstechniken gewählt werden, die immer weniger arbeitsintensiv sind, dafür immer mehr "kapital"-intensiv. Die Tatsache, dass es theoretisch zu einem Reswitching kommen kann, wird von Kritikern dementsprechend als Widerlegung der neoklassischen Theorie gewertet.