Rheinische Schärfung
Als „rheinische Schärfung“ und Schleifton werden in den ripuarischen und limburgischen Dialekten die beiden für diese Dialekte typischen Tonakzente bezeichnet. Der Akzent wird im übrigen deutschen und im niederländischen Sprachraum als „rheinischer Singsang“ wahrgenommen.
Als Bezeichnungen für die beiden Tonakzente werden in der Sprachwissenschaft verwendet: Tonakzent 1 und Tonakzent 2. Ältere Bezeichnungen sind: Tonakzent 1: Schärfung, geschärft; Stoßton und Tonakzent 2: ungeschärft; Schleifton.
Tonakzent 1 ist gekennzeichnet durch einen rapiden Intensitätsabfall der betonten Silbe mit abschließender Glottalisierung. Dieser Tonakzent der ripuarischen und limburgischen Dialekte ist der Stoßton, Niederländisch stoottoon.
Der Schleifton (Tonakzent 2) ist charakterisiert durch einen Tonhöhenverlauf und Druckverlauf, der oft bei einem hohen Ton mit hohen Druck beginnt, die beide schnell abfallen und danach etwas langsamer wieder ungefähr auf das Normalniveau steigen. Allerdings gibt es eine unübersehbar große Zahl voneinander abweichender individueller Ausprägungen des Schleiftons, die neben dem jeweiligen Dialekt von einigen unterschiedlichen Einflussfaktoren bestimmt werden.
Im niederländischen und flämischen Schrifttum wird dieser Tonakzent als sleeptoon bezeichnet.
Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Ausprägungen der rheinischen Akzentuierung, die vom jeweiligen Dialekt, vom Ton- und Modulationsverlauf im Satz sowie dem Satztyp abhängen.
- ↑ Jörg Peters: The Cologne word accent revisited. In: Michiel Arnoud Cor de Vaan (Hrsg.): Germanic Tone Accents: Proceedings of the First International Workshop on Franconian Tone Accents, Leiden, 13–14 June 2003. Franz Steiner, Stuttgart 2006, ISBN 3-515-08877-6, S. 107; abgerufen am 30. Juni 2011.