Ricardianische Äquivalenz

Die Ricardianische Äquivalenz bzw. das Ricardianische Äquivalenztheorem (auch Ricardo-Barro-Äquivalenz) basiert auf einem von David Ricardo ursprünglich erörterten Konzept, wonach Steuersenkungen sich als nicht konjunkturanregend erweisen, wenn die privaten Wirtschaftssubjekte die Höhe der gesenkten Steuern nicht zu realwirtschaftlichen Ausgaben verwenden, sondern sparen, weil sie befürchten, dass die aufgrund der Steuersenkungen erhöhte Verschuldung des Staates später in Form von Steuererhöhungen wieder kompensiert werden wird. Ricardo selbst hat sein Konzept wieder verworfen, seine Gültigkeit letztlich abgelehnt.

1974 wurde von Robert Barro die „Ricardianische Äquivalenz“ neu aufgegriffen und als Barro-Ricardo-Äquivalenzproposition formuliert. Sie stellt eine neoklassische Gegenposition zur Höhe der konjunkturellen Wirkung des keynesianischen Deficit spending dar. Empirisch kann eine solche Äquivalenz nicht festgestellt werden; es handelt sich daher nur um ein theoretisches Konzept, das in der Praxis nicht anwendbar ist.

  1. David Ricardo: Essay on the Funding System, 1820.
  2. Tim Gemkow: Das Ricardianische Äquivalenztheorem (PDF), S. 1.
  3. Paul Krugman: Internationale Wirtschaft. Theorie und Politik der Außenwirtschaft. München 2009, S. 404 (online auf Google.Books).
  4. Robert Barro: Are Government Bonds Net Wealth? In: Journal of Political Economy, 1974.
  5. Meissner, Thomas & Rostam-Afschar, Davud (2014): Do tax cuts increase consumption? An experimental test of Ricardian Equivalence (PDF; 767 kB)
  6. Paul Krugman: Internationale Wirtschaft. Theorie und Politik der Außenwirtschaft. München 2009, S. 404 (online auf Google.Books).