Goldene Zwanziger
Der Ausdruck Goldene Zwanziger bzw. Goldene Zwanziger Jahre bezeichnet auf Deutschland bezogen etwa den Zeitabschnitt zwischen 1924 und 1929, eine Phase relativer politischer und wirtschaftlicher Stabilisierung der Weimarer Republik und eine Blütezeit der deutschen Kunst, Kultur und Wissenschaft. Die „Goldenen Zwanziger“ endeten, als die Weltwirtschaftskrise auch Deutschland in Mitleidenschaft zog.
Auch in anderen Sprachen gibt es Begriffe für diese Zeit, z. B. Roaring Twenties (englisch), Anni ruggenti (italienisch), années folles (etwa: verrückte Jahre; französisch).
Von einer nur relativen Stabilisierung der Weimarer Republik in den Goldenen Zwanzigern ist zu sprechen, weil sie weder politisch noch wirtschaftlich auf einem stabilen Fundament beruhten. Die fortlaufenden Reparationszahlungen an die Gläubigermächte konnten aus der eigenen Wirtschaftsleistung nicht aufgebracht werden und bedurften ebenso der Devisenbeschaffung durch Auslandskredite wie der Umgang mit dem Ungleichgewicht im Außenhandel. Die folglich nicht nur für den wirtschaftlichem Aufschwung dienenden Kredite mit meist kurzer Laufzeit mussten also zunehmend auch für Zins- und Tilgungszahlungen an Gläubiger im Ausland verwendet werden. Als diese Geldmittel abgezogen wurden, kam es im Juli 1931 schließlich zur Deutschen Bankenkrise und in der Folge zu rasch steigenden Arbeitslosenzahlen sowie zur Aushöhlung des Kulturbetriebs im Zeichen eines erstarkenden Rechtsautoritarismus und Nationalsozialismus.