Rollkommando Hamann

Das Rollkommando Hamann (litauisch: Hamanno skrajojantis būrys) war eine kleine motorisierte Einheit, die unter dem Kommando von SS-Obersturmführer Joachim Hamann von Juli bis Oktober 1941 schätzungsweise 70.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder ermordete, die im Jäger-Bericht vom 1. Dezember 1941 dokumentiert sind. Die Einheit war vor allem für Morde in Litauen, von Juli bis August 1941 auch in Lettland verantwortlich. Ende 1941 war die Vernichtung der litauischen Juden durch Einsätze des Rollkommandos, des Sonderkommandos des Sicherheitsdienstes SD beim Massaker von Ponary und der litauischen Hilfspolizei TDA (litauisch: Tautinio darbo apsauga, Schutz der nationalen Arbeit) im Fort IX in Kaunas abgeschlossen und schätzungsweise 80 % aller litauischen Juden ermordet. Die wenigen Überlebenden wurden als Zwangsarbeiter in städtische Ghettos deportiert, vor allem in die Ghettos von Vilnius und Kaunas.

  1. Rollkommando Hamann. In: Gedenkorte Europa. Abgerufen am 26. September 2024.
  2. Litauen im Zweiten Weltkrieg - Chronologie. Herder-Institut, abgerufen am 26. September 2024.
  3. Karl Jaeger Rollkommando. Abgerufen am 26. September 2024.
  4. DÖW - Erinnern - Fotos und Dokumente - 1938 - 1945 - Pogrome in Kowno (Kaunas/Kauen), Juni 1941. Abgerufen am 26. September 2024.