Rote Kapelle

Unter dem Kennwort oder Fahndungsnamen Rote Kapelle ermittelte die Gestapo im Zweiten Weltkrieg gegen Gruppen, die Widerstand gegen den Nationalsozialismus leisteten. „Rot“ stand für kommunistisch, „Kapelle“ für eine Gruppe von Funkern. Dazu gehörten deutsche Freundeskreise um Harro Schulze-Boysen, Arvid Harnack, Ilse Stöbe und weitere in Berlin/Brandenburg sowie unabhängig von diesen auch nachrichtendienstliche Widerstandsgruppen in Paris und Brüssel, die Leopold Trepper im Auftrag des sowjetischen militärischen Nachrichtendienstes (GRU) aufgebaut hatte. Entgegen der von der Gestapo erfundenen Legende war die „Rote Kapelle“ weder kommunistisch gelenkt noch unter einheitlicher Leitung, sondern ein Netz einzelner Gruppen und Personen aus unterschiedlichen Regionen. Namentlich bekannt sind bis heute ca. 400 Personen der „Roten Kapelle“. Sie druckten Flugblätter, halfen Juden und Oppositionellen und dokumentierten die Verbrechen des NS-Regimes.

  1. Hans Coppi: 'Die „Rote Kapelle“ im Spannungsfeld von Widerstand und nachrichtendienstlicher Tätigkeit. Der Trepper-Report vom Juni 1943. (PDF; 7,2 MB) In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Nr. 3, 1996, S. 431–548 [431]. Abgerufen am 10. Januar 2025.
  2. Wolfgang Benz, Walther Pehle (Hrsg.): Lexikon des Deutschen Widerstands. Frankfurt am Main 1999, Artikel Rote Kapelle. S. 281ff