Roter Terror
Der Rote Terror war in erklärter Anknüpfung an die terreur der Französischen Revolution – die von den kommunistischen Bolschewiki nach der Oktoberrevolution 1917 in Russland begonnene Phase von Staatsterror, in der sie zur Durchsetzung ihres Machtanspruchs terroristische Mittel gegen von ihnen als konterrevolutionär verstandene Kräfte einsetzten. Der Begriff wurde von ihnen selbst geprägt und zur öffentlichen Drohung benutzt.
Er stand im Russischen Bürgerkrieg im Gegensatz zum konterrevolutionären Weißen Terror, der bis zum Ende des Bürgerkrieges gleichfalls wütete, jedoch anders als jener nicht strategisch gesteuert und institutionalisiert war. Im Unterschied zur Französischen Revolution, deren Terrorphase einige Monate dauerte und sich überwiegend gegen die Repräsentanten des Ancien Régime sowie Revolutionsgegner wandte, stand beim Roten Terror als Leitmotiv der Satz des stellvertretenden Leiters der Tscheka, Martyn Iwanowitsch Lazis, veröffentlicht im November 1918 in der Zeitschrift Krasnyi terror (Der Rote Terror), im Vordergrund: „Wir führen nicht Krieg gegen einzelne. Wir vernichten die Bourgeoisie als Klasse.“
Darüber hinaus wird der Begriff Roter Terror im westlichen Sprachgebrauch gelegentlich für Menschenrechtsverletzungen in realsozialistischen Staaten genutzt. Der Begriff Roter Terror diffundierte zeitlich und örtlich.
- ↑ Jörg Baberowski: Der Rote Terror. Die Geschichte des Stalinismus, Deutsche Verlagsanstalt, München 2003, hier: Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, 2007, S. 37–39; Nicolas Werth, Ein Staat gegen sein Volk, S. 96.
- ↑ Zitiert nach Jörg Baberowski: Der Rote Terror. Die Geschichte des Stalinismus, Deutsche Verlagsanstalt 2003, hier: Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, 2007, S. 38 f.
- ↑ So beispielsweise für die Stalin-Ära von Jörg Baberowski: Der Rote Terror. Die Geschichte des Stalinismus oder von Bernd Pieper: Roter Terror in Cottbus ISBN 3-925434-91-7.