Rudolf Chametowitsch Nurejew

Rudolf Chametowitsch Nurejew [rʊˈdɔˑlʲf xɐˈmʲɛˑtəvʲɪʧʲ nʊˈrʲeˑjɪf], gelegentlich auch Rudolf Chamitowitsch Nurijew (russisch Рудо́льф Хаме́тович Нуре́ев bzw. Рудо́льф Хами́тович Нури́ев; wissenschaftliche Transliteration Rudol’f Chametovič Nureev; tatarisch Рудольф Хәмит (Мөхәммәт) улы Нуриев, Rudolf Xämit (Möchämmät) ulı Nuriev; deutsch meist: Rudolf Nurejew, international: Rudolf Nureyev oder Noureev; * 17. März 1938 in der Nähe von Irkutsk, Russische SFSR, Sowjetunion; † 6. Januar 1993 in Levallois-Perret bei Paris, Frankreich) war ein Balletttänzer tatarischer Herkunft aus der Sowjetunion, der 1961 in den Westen emigrierte und 1982 die österreichische Staatsbürgerschaft annahm.

Nurejew gilt als einer der besten Tänzer des 20. Jahrhunderts und als der größte männliche Star des klassischen Balletts in dessen zweiter Hälfte. Er beeinflusste sowohl die Rolleninterpretation im klassischen Repertoire wie auch die moderne Choreografie und begründete seit seiner Flucht aus der Sowjetunion die Emanzipation des männlichen Rollenparts in Balletten, in deren Mittelpunkt bis dahin allein Ballerinen standen. Er übertrug virtuose Technik und athletische Präsenz, wie sie im sowjetischen Ballett gepflegt wurden, in den Westen und leitete damit hier eine Renaissance des klassischen Balletts ein. Seine Ballettpartnerschaft mit der Primaballerina assoluta Margot Fonteyn vom Royal Ballet in London gilt als ein Interpretationshöhepunkt des klassischen Repertoires. Schon zu Lebzeiten eine Ikone des Tanzes, wurde Nurejew durch seine Medienpräsenz und die Berichterstattung über seine Person und sein Wirken einem breiten, auch ballettfremden Publikum bekannt.