Runenmeister
Als Runenmeister wird in der Runologie eine Person bezeichnet, die in der Zeit von dem Aufkommen der Runenschrift in der älteren germanischen Eisenzeit über die Vendelzeit bis zur ausgehenden Wikingerzeit des 11./12. Jahrhunderts Inschriften auf unterschiedlichen Medien (zum Beispiel Runensteine) konzipierte und signierte. Eine bekannte Signatur aus dem 6. Jahrhundert war erilaR (urnordisch erilaz, aus runisch irilaR); sie bezeichnete keine individuelle Person, sondern als Standesbezeichnung den Runenmeister (vgl. auch Jarl).
Fest steht, daß Kenntnis und Gebrauch der Runen auf eine verhältnismäßig kleine Personengruppe beschränkt war, die überwiegend (aber keineswegs ausschließlich!) aus Männern bestand. In etlichen aus Skandinavien stammenden Inschriften nennen sie sich Runenmeister irilaz oder erilaz. In diesem Ausdruck vermutet man die Berufs- oder Standesbezeichnung Runenmeister.
- ↑ Klaus Düwel: Runenkunde. Metzler, Stuttgart/Weimar 2001, S. 12.