Sündenfall

Als Sündenfall bezeichnet die christliche Theologie die klassische Auslegung der biblischen Geschichte in Gen 3 , die davon erzählt, wie das erste Menschenpaar eine verbotene Frucht aß und infolgedessen aus dem Paradiesgarten vertrieben wurde. Die Geschichte wird teils als tatsächlich passiertes Ereignis, meist jedoch als symbolisch zu deutender Mythos verstanden, welcher den Zustand dieser „gefallenen“ Welt und die Situation des Menschen darin deutet und erklärt. Demzufolge verlor der Mensch den „Urstand“ durch die Sünde Adams und Evas und da jeder Mensch als Nachkomme Adams verstanden wird, hat er Teil an der Erbsünde (lat. peccatum originale originatum), ist also in einen Unheilszusammenhang hineingeboren. Dem wird im christlichen Verständnis der Heilsgeschichte Christus als „neuer Adam“ gegenübergestellt, der durch seinen Gehorsam den Ungehorsam des ersten Adam aufhebt.

  1. Andreas Knapp, Melanie Wolfers: Glaube, der nach Freiheit schmeckt. Pattloch, München 2009, ISBN 978-3-629-02227-1, S. 70.