S-Bahn Erfurt
S-Bahn Erfurt war eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine von 1976 bis 1995 bestehende, nicht elektrifizierte, Bahnverbindung in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt, die vier Stationen bediente. Der Begriff S-Bahn wird gelegentlich auch in der Literatur benutzt. Andere Bezeichnungen waren „Stadtschnellbahn“, „Schnellbahn“, „Vorortverkehr zum Nahverkehrstarif“, „Vorortverkehr zum pauschalen Nahverkehrstarif“, „DR-Stadtverkehr Erfurt“ oder volkstümlich „Riethschleuder“. Bei der Einführung der Linie im Jahr 1976 wurde nur der „Wendezugbetrieb“ als Besonderheit herausgestellt. In den Kursbuchtabellen der Deutschen Reichsbahn (DR) wurden die Begriffe „S-Bahn“ oder „S-Bahn-Tarif“ für diese Linie nicht benutzt. Auch fand keines der aus anderen Städten bekannten Logos Verwendung, ebenso wie keine Sonderlackierung der Fahrzeuge existierte. Das Angebot bestand nur aus einigen wenigen Zügen, die montags bis freitags im Berufsverkehr zum Einsatz kamen und einen ansonsten nicht mehr im Personenverkehr bedienten Streckenabschnitt in der Nähe eines großen Neubaugebietes erschlossen.
- ↑ Eintrag S-Bahn. In: Die Deutsche Reichsbahn von A bis Z, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin, 1984, S. 232–233
- ↑ Hans-Joachim Kirsche und Hans Müller: Eisenbahnatlas DDR, VEB Tourist Verlag Berlin - Leipzig, 2. Auflage 1988, ISBN 3-350-00293-5, S. 90
- ↑ Erich Preuß: Der Reichsbahn-Report 1945–1993. Tatsachen, Legenden, Hintergründe. Motorbuch, Stuttgart 2001, S. 19.
- ↑ Günther Barthel: Die Geschichte der Kleinbahn Erfurt (West)–Nottleben. 1. Auflage 2001, Verlag Rockstuhl, ISBN 3-934748-29-5
- ↑ Martin Pabst: U- und S-Bahn-Fahrzeuge in Deutschland. 1. Auflage, GeraMond Verlag, München 2000, ISBN 3-932785-18-5, S. 118
- ↑ Zuverlässig und schnell in Modell Eisenbahner 4/86, S. 2, online auf shop.vgbahn.info, abgerufen am 2. März 2022
- ↑ Leonie Glabau, Peter Lang: Plätze in einem geteilten Land. Stadtplatzgestaltungen in der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik von 1945 bis 1990. Peter Lang, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-631-61202-6, S. 345.
- ↑ Dirk Bloch, Gerald Noack: Auf der Straße des Fortschritts. Die Stadtpläne der DDR – Zeugnisse vom Leben im Sozialismus. Bien & Giersch, Berlin 2009, ISBN 978-3-938753-05-7, S. 66.
- ↑ Statistisches Bundesamt: Heft 29 – Verkehrsstatistische Übersichten 1947 bis 1989 (Teil II) – Sonderreihe mit Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen DDR, S. 69–70, online auf statistischebibliothek.de, abgerufen am 13. Februar 2022
- ↑ Stadtschnellbahnen der Deutschen Reichsbahn auf bvm-berlin.de, abgerufen am 23. Februar 2022
- ↑ Hoher Leistungsanstieg mit moderner Technik in Modell Eisenbahner 10/84, S. 2, online auf shop.vgbahn.info, abgerufen am 23. Februar 2022
- ↑ Hans-Joachim Kirsche, Bahnland DDR, transpress, VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1990, ISBN 3-344-00288-0, S. 174
- ↑ S-Bahn Erfurt auf bahninfo.de
- ↑ Deutsche Bundesbahn und Deutsche Reichsbahn, Kursbuch 93/94
- ↑ Domspitzen-Wörterbuch ( des vom 4. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ EVAG historisch: „Riethschleuder“ in Aktion, online auf swefuererfurt.de, abgerufen am 6. Februar 2022
- ↑ Thomas Mette, 7. Oktober 1979 – 30 Jahre DDR in Daten und Ereignissen bei der Deutschen Reichsbahn, Eisenbahn-Jahrbuch 1979, Transpress, nachgedruckt in: Horst Regling (Hrsg.), Schienenverkehr in der DDR, Band III, transpress, Stuttgart, 2002, ISBN 3-613-71186-9
- ↑ Kursbuch der Deutschen Reichsbahn, Binnenverkehr, Sommerfahrplan 1980
- ↑ Kursbuch der Deutschen Reichsbahn, Binnenverkehr, Jahresfahrplan 1989/90