SARS-CoV-2
SARS-CoV-2 (Abkürzung für englisch severe acute respiratory syndrome coronavirus 2‚ Bedeutung in Deutsch: „Schweres-akutes-Atemwegssyndrom-Coronavirus 2“) ist ein Betacoronavirus, das nach dem erstmaligen Nachweis zunächst auch als neuartiges Coronavirus oder nur als Coronavirus bezeichnet wurde. Es ist mit dem Betacoronavirus SARS-CoV(-1) verwandt, welches das schwere akute Atemwegssyndrom (SARS) verursacht und die SARS-Pandemie 2002/2003 ausgelöst hat. Beide Erreger werden heute zu einer Virusspezies (Art) Betacoronavirus pandemicum (früher auch SARS-related Coronavirus(es) o. ä.) zusammengefasst.
SARS-CoV-2 wurde Anfang 2020 als Auslöser der Infektionskrankheit COVID-19 identifiziert, die laut Chinas Regierung erstmals Ende 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan als „Lungenkrankheit unbekannter Genese“ in Erscheinung trat. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte COVID-19 am 30. Januar 2020 als „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ein und klassifizierte das Auftreten der Erkrankung aufgrund der weltweiten Ausbreitung am 11. März 2020 als Pandemie (siehe COVID-19-Pandemie).
Das Genom von SARS-CoV-2 ist über 29,7 kb (29,7 knt) groß und damit eines der umfangreichsten unter den RNA-Viren. Das Virion von SARS-CoV-2 ist zwischen 50 und 140 Nanometern groß und wird in der Regel im nahen menschlichen Kontakt durch Tröpfchen und Aerosole übertragen. Für die weltweite Ausbreitung spielten besonders größere Übertragungsereignisse, sogenannte Superspreading-Events, eine wichtige Rolle.
SARS-CoV-2 entwickelte zahlreiche Varianten mit Mutationen des Spike-Proteins. Klinisch-diagnostische und epidemiologische Erfahrungen sprechen dafür, dass bestimmte Virusvarianten schwerere Krankheitsverläufe verursachen können als andere. Die Mitte 2021 weltweit grassierende Delta-Variante verbreitete sich schneller als zuvor der Wildtyp des Virus und wird leichter von Mensch zu Mensch übertragen. Seit Januar 2022 dominierte die Omikron-Variante das Infektionsgeschehen während der COVID-19-Pandemie mit etwa 90 % weltweit.
- ↑ Diese Grafik wird zitiert von: Raja Sarath Kumar Boddu: SARS-CoV-2 Virion, Debacle Humane: An Analytical Approach. In: International Journal of Clinical Case Reports and Reviews. Band 14, Nr. 3, 24. August 2023, S. 1–8, doi:10.31579/2690-4861/328 (auctoresonline.org [abgerufen am 25. Juli 2024]).
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 ICTV: ICTV Taxonomy history: Severe acute respiratory syndrome-related coronavirus, EC 51, Berlin, Juli 2019; Email ratification March 2020 (MSL #35).
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- ↑ ICTV: Taxonomy Browser.
- ↑ ICTV: Virus Metadata Resource (VMR).
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- ↑ Florian Rötzer: WHO ruft international Notlage aus. 30. Januar 2020.
- ↑ Risikobewertung zu COVID-19: Änderungen gegenüber der Version vom 30.4.2020. ( vom 26. Mai 2020 im Internet Archive). Zitat: „Die weltweite Ausbreitung von COVID-19 wurde am 11.03.2020 von der WHO zu einer Pandemie erklärt.“ Im Original publiziert auf rki.de vom 26. Mai 2020.
- ↑ Shengli Bi, E’de Qin, Zuyuan Xu, Wei Li, Jing Wang: Complete Genome Sequences of the SARS-CoV: the BJ Group (Isolates BJ01-BJ04). In: Genomics, Proteomics & Bioinformatics. Band 1, Nr. 3, August 2003, S. 180–192, doi:10.1016/S1672-0229(03)01023-4, PMID 15629030, PMC 5172409 (freier Volltext).
- ↑ Lucy van Dorp et al.: Emergence of genomic diversity and recurrent mutations in SARS-CoV-2. In: Infection, Genetics and Evolution. Band 83, September 2020, S. 104351, doi:10.1016/j.meegid.2020.104351, PMID 32387564, PMC 7199730 (freier Volltext) – (englisch).
- ↑ The Size of SARS-CoV-2 Compared to Other Things. 16. Juli 2020, abgerufen am 31. Dezember 2020 (englisch).
- ↑ Klaus Taschwer: Neue Erkenntnisse über Superspreader-Ereignisse. In: derstandard.de. Abgerufen am 26. Mai 2020 (Zusammenfassung aktueller Studien).
- ↑ Covid-19: Welche Rolle spielen „Superspreader“ bei der Ausbreitung des Coronavirus? Deutschlandfunk–Online, 28. Mai 2020, abgerufen am 28. Mai 2020.
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- ↑ Die zuständige Institution, das Internationale Komitee für Virentaxonomie (International Committee on Taxonomy of Viruses), verwendet englische Namen und sieht Übersetzungen nicht als gültige Namen an.
- ↑ Das Genom ist einzelsträngig. In solchen Fällen wird gelegentlich die Abkürzung „knt“ mit der Bedeutung „Kilonukleotide“ verwendet, statt „kb“ – das dann für „Kilo-Kilobasenpaare“ (anstelle von „kbp“) steht. Beispiele: „Knt“ in Chiara et al. (2021; PMID 33279989) und „knt“ in Taniguchi et al. (1999; PMID 10320775).