SRE-M
SREM/MSSR-Standorte in Deutschland |
Das SRE-M-Radar (SREM: Surveillance Radar Equipment Medium-range) ist ein im L-Band arbeitendes Flugsicherungsradar mit mittlerer Reichweite. Es hat Erfassungsreichweiten von Luftfahrzeugen von bis zu 200 NM (370,4 km). Es fällt deshalb in die Kategorie Mittelbereichs-Radaranlagen (engl. En-route-Radar). Solche Radare dienen der Streckenverkehrskontrolle (engl. En-Route air traffic control) und überwachen den Flugverkehr außerhalb der besonderen Flugplatzbereiche.
Die Reichweite ist abhängig von der definierten minimal zu erfassenden Zielgröße, dem Radarquerschnitt oder Rückstrahlquerschnitt (engl. Radar Cross Section, RCS). Ferner wirkt sich aus, ob die Anlage linear oder zirkular polarisiert mit nur einer Frequenz oder im Frequenz-Diversity mit zwei Frequenzen betrieben wird. Im Frequenz-Diversity-Betrieb beträgt die Reichweite bei einer RCS von 8 m² bis zu 300 NM (556 km) im Frequenz-Diversity-Betrieb, d.H. Nutzung beider Betriebskanäle.
Die SRE-M-Radare können auch als Airport Surveillance Radar (ASR) zur Kontrolle von An- und Abflug, sowie anderer Flugbewegungen rund um einen Flugplatz genutzt werden. Dies erfordert jedoch die Anpassungen der technischen Parameter, z. B. Erhöhung der Puls-Wiederholrate (engl. Pulse Repetition Frequency, PRF) und Antennendrehzahl, da sonst die für ASR üblicherweise geforderte Zielerneuerungsrate und Entfernungsauflösung nicht erreicht wird. Zur Nutzung ist eine Vergrößerung der Staffelungsabstände der Flugverkehrskontrolle zwischen Luftfahrzeugen notwendig was die Luftraum-Kapazität für Flugverkehr gegenüber der Nutzung einer ASR reduziert. Daher wird bei Nutzung einer solchen Anlage als ASR die Erfassungsreichweite reduziert und die PRF erhöht. Die Puls-Spitzen-Senderausgangsleistung liegt bei kurzen Pulsen mit um die 1 µs Pulse-Breite bei bis zu 2,5 MW, und der Antennengewinn beträgt im oberen und unteren Antennendiagramm um 36 dBi.
Die Primär-Radar-Komponente von SRE-M-Anlagen (engl. Primary Surveillance Radar, PSR) sind meist gepaart mit einer Sekundärradar-Komponente (engl. Secondary Surveillance Radar, SSR) z. B. des Typs SRT 4. Hierdurch können zusätzliche Daten über den Data-Link zwischen dem SSR-Interrogator (Abfrager) und SSR-Transponder in Luftfahrzeugen übertragen werden. In Deutschland werden von der zivilen Flugsicherung nur Kombinationen aus einem PSR- und einem SSR-Abfrager betrieben. Durch Abfragen und Antworten der Transponder liefern SSR-Sensoren zusätzlich zum Azimutwinkel und der Entfernung des Luftfahrzeuges bezogen auf die PSR-/SSR-Anlage, z. B. auch Kennungen oder die barometrischen Höhen der Luftfahrzeuge. Nach Ersatz durch Mode S-fähige SSR-Interrogatoren kann auch eine selektive Abfrage der Luftfahrzeuge mit Mode S-fähigen Transpondern unter Nutzung der eindeutigen den Luftfahrzeugen zugeteilten 24-Bit-Adresse erfolgen, sowie weitere Daten abgefragt werden.