Saudade

Saudade ist eine spezifisch portugiesische und galicische Form des Weltschmerzes, die in Portugal und den Ländern der Lusophonie verbreitet ist. Das Konzept der Saudade lässt sich mit „Traurigkeit“, „Wehmut“, „Sehnsucht“, „Heimweh“, „Fernweh“, „Nostalgie“ oder „sanfte Melancholie“ nur annähernd übersetzen. Das Wort gilt gar als unübersetzbar, wie der Ethnologe Claude Lévi-Strauss 1955 in Traurige Tropen feststellt. Ihm zufolge ist es eine in der Gegenwart empfundene Erfahrung. In Brasilien wurde sie als die „Anwesenheit des Abwesenden“ beschrieben. Sie steht für das Gefühl, etwas Geliebtes verloren zu haben, und drückt oft das Unglück und das unterdrückte Wissen aus, die Sehnsucht nach dem Verlorenen niemals stillen zu können, da es wohl nicht wiederkehren wird.

  1. 1 2 3 4 Bruno Barba: San Paolo – Ritratto di una città. Premessa di Reginaldo Prandi (= Collana «Odoya Library». Nr. 269). Casa editrice Odoya, Bologna 2017, ISBN 978-88-6288-397-9, S. 119–122.
  2. 1 2 3 4 Joana Mafalda, Pimentel Seixas, Antje Weber: Pons Standardwörterbuch Portugiesisch-Deutsch/Deutsch-Portugiesisch. 1. Auflage. Ernst Klett Verlag/Porto Editora, Stuttgart und Porto 2002, ISBN 3-12-517293-4, S. 370.