Sauerstoff-Isotopenstufe
Die Sauerstoff-Isotopenstufe (Englisch oxygen isotope stage oder abgekürzt OIS) ist in der Geologie eine chronologische Klassifizierung von Profilproben anhand des in ihnen enthaltenen stabilen Isotopenverhältnisses des Sauerstoffs von 18O zu 16O. Die Messungen werden gewöhnlich an Kernen aus der Tiefsee durchgeführt und somit als Marine Isotopenstufe oder als Marine Sauerstoff-Isotopenstufe (engl. marine isotope stage oder abgekürzt MIS) bezeichnet. Es werden aber genauso auch kontinentale Sedimente und Eisschildablagerungen beprobt. Für die Weichsel-Kaltzeit ergab sich beispielsweise eine charakteristische Alternation von Warm- und Kaltphasen im Paläoklima, denen die jeweiligen Isotopenstufen Rechnung zu tragen versuchen.
Bei niedrigeren Temperaturen wurde in die Skelette fossiler Foraminiferen ein höherer Anteil von 18O eingebaut als bei wärmeren Temperaturen. Daher variiert das Verhältnis von 18/O zu 16O im Kalzit am Ozeanboden je nach Warmzeit oder Kaltzeit. So kann der Verlauf des Klimas im Quartär rekonstruiert werden. Ähnliche Untersuchungen existieren für das gesamte Känozoikum (und darüber hinaus).