Schädel-Hirn-Trauma

Klassifikation nach ICD-10
S06 Intrakranielle Verletzung
S06.0 Gehirnerschütterung
Commotio cerebri
S06.1 Traumatisches Hirnödem
S06.2 Diffuse Hirnverletzung
Compressio cerebri, traumatisch, o.n.A.
Hirnkontusion o.n.A.
S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
umschriebene Hirnkontusion
traumatische intrazerebrale Blutung
S06.4 Epidurale Blutung
S06.5 Traumatische subdurale Blutung
S06.6 Traumatische subarachnoidale Blutung
S06.7 Intrakranielle Verletzung mit verlängertem Koma [Coma prolongé]
S06.8 Sonstige intrakranielle Verletzungen
S06.9 Intrakranielle Verletzung, nicht näher bezeichnet
Hirnverletzung o.n.A.
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
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Klassifikation nach ICD-11
NA07 Intrakranielle Verletzung
NA07.0 Gehirnerschütterung
NA07.1 Traumatische intrazerebrale Blutung
NA07.2 Traumatisches Hirnödem
NA07.3 Diffuse Hirnverletzung
NA07.4 Umschriebene Hirnverletzung
NA07.5 Traumatische epidurale Blutung
NA07.6 Traumatische subdurale Blutung
NA07.7 Traumatische subarachnoidale Blutung
NA07.8 Traumatische Blutung in das Hirngewebe
KA40.0 Intrakranielle Verletzung oder Blutung durch Geburtsverletzung
8A60.5 Epilepsie durch Kopfverletzungen
NA07.Y Sonstige näher bezeichnete intrakranielle Verletzung
NA07.Z Intrakranielle Verletzung, nicht näher bezeichnet
ICD-11: EnglischDeutsch (Vorabversion)

Als Schädel-Hirn-Trauma (von altgriechisch τραῦμα trauma, deutsch Wunde; Abkürzung SHT) oder Schädel-Hirn-Verletzung (auch Hirnverletzung) bezeichnet man jede Verletzung des Gehirns aufgrund einer äußeren Ursache (Krafteinwirkung). Der Begriff bezieht sich jedoch nicht auf gegebenenfalls damit verbundene Schädelfrakturen oder Kopfplatzwunden. Oft wird wegen der Möglichkeit von Hirnblutungen oder anderen Komplikationen bei einem Schädel-Hirn-Trauma eine Beobachtung im Krankenhaus empfohlen, selbst bei einem nur leichten Schädel-Hirn-Trauma, das oft auch als „Gehirnerschütterung“ bezeichnet wird. Dass auch gedeckte Hirnschäden ohne morphologisch fassbares Substrat tödlich enden können, hatte bereits 1702 Lippré formuliert. Eine Verletzung des Schädels durch stumpfe Gewalt und mit nur geringen Symptomen bezeichnet man als Kopfprellung (Contusio capitis) oder Schädelprellung. Unterschieden werden gedeckte und offene Schädel-Hirn-Traumata. Eine Kopfverletzung kann mit einem Schädel-Hirn-Trauma verbunden sein.

  1. Wolfgang Seeger, Carl Ludwig Geletneky: Chirurgie des Nervensystems. In: Franz Xaver Sailer, Friedrich Wilhelm Gierhake (Hrsg.): Chirurgie historisch gesehen. Anfang – Entwicklung – Differenzierung. Dustri-Verlag, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 229–262, hier: S. 244.
  2. Vgl. etwa Edgar Passarge: Anatomische Grundlagen von Kopfverletzungen. Gustav Fischer, Jena 1941.
  3. Vgl. auch P. Hewett: Injuries of the head. Hrsg. von T. Holmes. Parker Son and Bourn. London 1861.