Schauspielhaus (Frankfurt am Main)
Das Schauspielhaus in Frankfurt am Main war ein 1899 bis 1902 errichteter Theaterbau am Gallustor. Der historistische Bau des Berliner Theaterarchitekten Heinrich Seeling „signalisierte mit exotisch unterfütterter Neorenaissance und einem freien Zitat der Berliner Reichstagskuppel staatstragende Bedeutung, während Jugendstildetails dezent den Willen zur Moderne andeuteten“. In den 1920er Jahren wurde es ein Zentrum des expressionistischen Theaters in Deutschland und zur „Talentschmiede für Autoren und Schauspieler“. Bei einem Luftangriff auf Frankfurt wurde das Schauspielhaus 1944 im Inneren teilweise zerstört, äußerlich blieb die Fassade nahezu vollständig erhalten.
Seit dem Wiederaufbau 1950–1951 diente es als Großes Haus der Städtischen Bühnen der Oper Frankfurt als Spielstätte. 1960 bis 1963 wurden die erhaltenen Fassadenteile ummantelt, teilweise auch abgetragen. Derart entstellt wurde der Bau dann in die Theaterdoppelanlage der Städtischen Bühnen integriert und als Oper umgenutzt. Für das neue Schauspielhaus wurde ein neuer Bau errichtet, das Schauspiel Frankfurt. Beiden Bauten wurde eine 120 Meter lange Glasfassade vorgelegt, hinter der das gemeinsame Foyer beider Bühnen liegt.
Die Städtischen Bühnen sowie die politischen Gremien der Stadt Frankfurt planen einen modernen Neubau anstelle der sanierungsbedürftigen Doppelanlage. Mehrere Initiativen setzen sich dagegen für eine Sanierung des bestehenden Gebäudes bzw. für eine Wiederherstellung des ursprünglichen Schauspielhauses ein.
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- ↑ Dieter Bartetzko: Man will doch nur spielen. Die unendliche Baugeschichte der Städtischen Bühnen Frankfurt. In: Städtische Bühnen Frankfurt am Main (Hrsg.): Ein Haus für das Theater. 50 Jahre Städtische Bühnen Frankfurt am Main. Henschel, Leipzig 2013, ISBN 978-3-89487-732-3, S. 274.