Schienenfreunde

Als „Schienenfreunde“ (später auch Schienenkartell) wurde ein Kartell bezeichnet, das bis 2011 Preise und Mengen auf dem deutschen Markt für Eisenbahnschienen absprach.

Laut Ermittlungsakten soll das Kartell seit Anfang der 1980er Jahre bestanden haben. Laut Angaben der Deutschen Bahn seien die rechtswidrigen Absprachen zwischen 2001 und 2010/11 erfolgt. Es wurde Anfang Juli 2011 öffentlich bekannt. Allein die Deutsche Bahn habe nach eigenen internen Unterlagen aufgrund des Kartells eine Milliarde Euro zu viel bezahlt. Auch zahlreiche kommunale Verkehrsbetriebe wurden geschädigt.

Die DB machte Schadenersatzansprüche in Höhe von 376 Millionen Euro (zuzüglich Zinsen) geltend. Offen waren Stand 2022 Forderungen gegen das Unternehmen Moravia Steel in Höhe von 133 Millionen Euro (zuzüglich Zinsen).

  1. 1 2 Hans Leyendecker, Klaus Ott: Das Erbe des Dreier-Klubs. In: Süddeutsche Zeitung. 7. Januar 2013, S. 20 (München) (ähnliche Version sueddeutsche.de).
  2. 1 2 Schienenkartell: DB geht in Berufung. In: deutschebahn.com. 14. August 2022, abgerufen am 20. August 2022.
  3. Martin Murphy: Das Schienenkartell betrügt die Bahn. In: Handelsblatt, Nr. 125, 1. Juli 2011, S. 1.
  4. Martin Murphy: Kartell des Schweigens. In: Handelsblatt. Nr. 239, 10. Dezember 2012, S. 10 (ähnliche Version handelsblatt.com).