Schizophrenie
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| F20.0 | paranoide Schizophrenie |
| F20.1 | hebephrene Schizophrenie |
| F20.2 | katatone Schizophrenie |
| F20.3 | undifferenzierte Schizophrenie |
| F20.4 | Postschizophrene Depression |
| F20.5 | Schizophrenes Residuum |
| F20.6 | Schizophrenia simplex |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
| Klassifikation nach ICD-11 | |
|---|---|
| 6A20 | Schizophrenie |
| 6A20.0 | Schizophrenie, erste Episode |
| 6A20.00 | Schizophrenie, erste Episode, gegenwärtig symptomatisch |
| 6A20.01 | Schizophrenie, erste Episode, in Teilremission |
| 6A20.02 | Schizophrenie, erste Episode, in Vollremission |
| 6A20.1 | Schizophrenie, mehrfache Episoden |
| 6A20.10 | Schizophrenie, mehrfache Episoden, gegenwärtig symptomatisch |
| 6A20.11 | Schizophrenie, mehrfache Episoden, in Teilremission |
| 6A20.12 | Schizophrenie, mehrfache Episoden, in Vollremission |
| 6A20.2 | Schizophrenie, kontinuierlich |
| 6A20.20 | Schizophrenie, kontinuierlich, gegenwärtig symptomatisch |
| 6A20.21 | Schizophrenie, kontinuierlich, in Teilremission |
| 6A20.22 | Schizophrenie, kontinuierlich, in Vollremission |
| 6A20.Y | Sonstige näher bezeichnete Schizophrenie |
| 6A20.Z | Schizophrenie, nicht näher bezeichnet |
| ICD-11: Englisch • Deutsch (Vorabversion) | |
Als Schizophrenie oder schizophrene Psychose werden bestimmte psychische Erkrankungen mit ähnlichem Symptommuster bezeichnet, die zur Gruppe der Psychosen gehören.
Im akuten Krankheitsstadium tritt bei schizophrenen Menschen eine Vielzahl charakteristischer Störungen auf, die fast alle Bereiche des inneren Erlebens und Verhaltens betreffen, wie Wahrnehmung, Denken, Gefühls- und Gemütsleben, Willensbildung, Psychomotorik und Antrieb. Häufig werden nicht vorhandene Stimmen gehört (sogenanntes Stimmenhören). Es kann der Wahn vorkommen, verfolgt, ausspioniert oder kontrolliert zu werden. Weiter kann das Gefühl auftreten, fremdgesteuert zu werden, z. B. durch Gedankenentzug oder Gedankeneingebung. Anhaltende Halluzinationen jeder Sinnesmodalität sind möglich. Auch sozialer Rückzug, Antriebslosigkeit, mangelnde Motivation, emotionale Verflachung und Freudlosigkeit werden nicht selten beobachtet. Je nach vorherrschenden Symptomen werden mehrere Untergruppen der Schizophrenie unterschieden.
In vielen Fällen kommt es nach der erstmaligen Krankheitsphase zu einem Verschwinden der Symptome. Bei der Mehrzahl der Erkrankten folgen in unregelmäßigen Zeitintervallen weitere Krankheitsphasen (Rezidive). Bei etwa der Hälfte aller Patienten verbleiben Restsymptome (Residualsymptome).
Das Risiko, im Laufe des Lebens an Schizophrenie zu erkranken, liegt im Median bei 0,5 bis 0,7 %. Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis werden seit dem Altertum beschrieben. Als Ursache geht man von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren aus. Es existiert ein bewährtes multimodales Behandlungskonzept, das es den Erkrankten häufig ermöglicht, ein weitgehend beschwerdefreies Leben zu führen.
- ↑ Jürgen Gallinat (Hrsg.): Facharztprüfung Psychiatrie und Psychotherapie. Elsevir Urban & Fischer, 2018, S. 60 (Daten aus 23-Jahre-Langzeitstudie „Häfner und an der Heiden (1999)“).
- ↑ John McGrath, Sukanta Saha, David Chant, Joy Welham: Schizophrenia: a concise overview of incidence, prevalence, and mortality. In: Epidemiologic reviews. 14. Mai 2008, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).