Schlupfloch

Ein Schlupfloch ist, im engeren Sinn, ein Durchgang oder Ort, durch, aus dem oder in den man nur durch Verbiegen des Körpers gelangen kann, oftmals nur durch das Entlangschleifen des Körpers an den Wänden oder der Decke.

Im weiteren bzw. übertragenen Sinn ist es auch eine Möglichkeit für Mensch oder Tier, knapp einer Gefahr, unangenehmen Situation, einem persönlichen Nachteil etc. zu entkommen (z. B. „durch die Maschen des Gesetzes schlüpfen“, „ein Schlupfloch im Gesetz finden“, „Steuerschlupflöcher finden/schließen“, sich Schlupflöcher offenhalten etc.).

Als Schlupfloch werden auch Öffnungen von ansonsten allseitig geschlossenen Vogelnestern und Nistkästen bezeichnet. Literarisch werden „dramaturgische Schlupflöcher“ auch für scheinbar ausweglose Situationen eingesetzt, um Spannung zu erzeugen.

  1. Johan Abraham Bierens de Haan: Die tierischen instinkte und ihr umbau durch erfahrung: eine einführung in die allgemeine tierpsychologie. Brill, Leyden 1940, S. 220; books.google.de
  2. Gerhard Augst: Wortfamilienwörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. Niemeyer, Tübingen 2009, S. 945; books.google.de