Schmutztitel

Als Schmutztitel seltener Halbtitel, Bastardtitel, Schutztitel, Vortitel oder Vorsatztitel – wird der Kurztitel eines Buches bezeichnet, der auf einem gesonderten Blatt vor dem eigentlichen Titelblatt steht.

Die Schmutztitelseite verbreitete sich seit dem 18. Jahrhundert und ist heute Teil fast jedes Buches. Ihre Entstehung wird einerseits damit erklärt, dass die bedruckten, ungefalzten Rohbogen, die in der Frühzeit des Buchdrucks noch ohne Einband verkauft und erst vom Käufer zum Buchbinder gebracht wurden, mit einem Papierblatt bedeckt wurden, um sie vor Verschmutzung und Beschädigung zu schützen, und dieses Blatt eine Kurzbezeichnung trug. Das erklärt aber noch nicht, wie die Schmutztitelseite zum Bestandteil der Titelei wurde. Dazu wird darauf verwiesen, dass beim Druck des Titelbogens ein Viertelbogen frei blieb, der mit dem Schmutztitel gefüllt werden konnte; zudem wird auf „ästhetische Vorstellungen“ verwiesen: „es galt als unschön, ein Buch mit dem Haupttitelblatt beginnen zu lassen.“

  1. W. Grebe: Schmutztitel, in: Brill Lexikon des gesamten Buchwesens online
  2. Schmutztitel. In: Dietmar Strauch, Margarete Rehm: Lexikon Buch • Bibliothek • Neue Medien. 2. Ausgabe. K. G. Saur, München 2007, S. 378–379.
  3. Ursula Rautenberg (Hrsg.): Reclams Sachlexikon des Buches. 3. Auflage. Reclam, Stuttgart 2015, S. 349.