Schnellläufer (Astronomie)

Als Schnellläufer (englisch high-velocity stars) werden in der Astronomie einzelne Sterne mit einer großen Eigenbewegung bezeichnet. Schnellläufer, die aus OB-Assoziationen oder Sternhaufen herausgeschleudert wurden, werden auch als Runaway-Sterne („Ausreißer“, runaway stars) bezeichnet.

Die Geschwindigkeiten der Sterne in der Nähe der Sonne können in zwei Gruppen aufgeteilt werden:

  • die eine Gruppe hat eine mittlere Geschwindigkeit von 15 km/s
  • die zweite Gruppe mit weniger Mitgliedern hat eine mittlere Geschwindigkeit von 40 km/s.

Die Verteilung der beiden Gruppen überlagert sich, so dass erst bei einer Geschwindigkeit von mehr als 50 km/s ein Stern eindeutig den Schnellläufern zugeordnet werden kann.

Während die meisten Sterne annähernde Kreisbahnen um das galaktische Zentrum besitzen (die Sonne benötigt dafür rund 250 Millionen Jahre), haben Schnellläufer:

  • stark elliptische (langgestreckte) Bahnen,
  • die gegen die Sonnenbahn stark geneigt sind.
  • Ihre Geschwindigkeitskomponenten in Richtung der galaktischen Rotation (siehe Oort’sche Formel) sind meist geringer als die der Sonne, sodass sie im Allgemeinen hinter der Sonne zurückbleiben.
  • Sie gehören meist zur Sternpopulation II.
  1. Paula Benaglia, Ian R. Stevens, Cintia S. Peri: Runaway stars: their impact on the interstellar medium. In: Astrophysics. Solar and Stellar Astrophysics. 2013, arxiv:1307.2293v1.
  2. Helmut Zimmermann: Lexikon der Astronomie. Spektrum-Verlag, Heidelberg 1999, ISBN 3-8274-0575-0, S. 313 ff., 359.