Schnurkeramische Kultur

Als schnurkeramische Kultur (seltener Schnurbandkeramik, fachsprachlich kurz Schnurkeramik oder SK; besser Kultur mit Schnurkeramik, veraltet auch Streitaxt-Kultur, engl. Corded Ware culture) bezeichnet man zusammenfassend einen Kulturkreis der Kupfersteinzeit am Übergang vom Neolithikum zur Bronzezeit. Die Schnurkeramik ist nach der charakteristischen Gefäßverzierung benannt, bei der mit einer Schnur umlaufende Rillenmuster in den Ton eingedrückt wurden. Weitere Merkmale sind die Bestattungssitten und die Streitäxte. Datierungen für Mitteleuropa reichen von ca. 3000 bis 2200 v. Chr. Kulturen mit Schnurkeramik waren sehr weit verbreitet, von den Niederlanden im Westen, über Böhmen und Mähren, Teile Polens und die baltischen Staaten bis ins westliche Russland (Fatjanowo-Kultur) im Osten, von Südschweden im Norden bis zur Schweiz und Österreich im Süden. Die schnurkeramische Kultur im nordmitteleuropäischen Flachland und in Jütland wird forschungsgeschichtlich bedingt auch Einzelgrabkultur genannt, für die in Südschweden und bedingt auch für die in Finnland wird der Terminus Bootaxtkultur verwendet.

  1. Martin Furholt: Absolutchronologie und die Entstehung der Schnurkeramik. In: jungsteinsite.de, 16. Dezember 2003 (PDF; 5,2 MB)
  2. Schultrich 2018: S. Schultrich, Das Jungneolithikum in Schleswig-Holstein. W. Kirleis/J. Müller (Hrsg.), Scales of Transformations in Prehistoric and Archaic Societies, vol. 1. Sidestone Press (Leiden 2018).
  3. Struve 1955: K. W. Struve, Die Einzelgrabkultur in Schleswig-Holstein und ihre kontinentalen Beziehungen. Offa-Bücher N. F. 11 (Neumünster 1955).
  4. Hübner 2005: E. Hübner, Jungneolithische Gräber auf der Jütischen Halbinsel. Typologische und chronologische Studien zur Einzelgrabkultur. Nordiske Fortidsminder Serie B 24:1 (Kopenhagen 2005).