Schwämme

Schwämme

Große Vasenschwämme
(Xestospongia testudinaria)

Systematik
Klassifikation: Lebewesen
Domäne: Eukaryoten (Eucaryota)
ohne Rang: Opisthokonta
ohne Rang: Holozoa
ohne Rang: Vielzellige Tiere (Metazoa)
Stamm: Schwämme
Wissenschaftlicher Name
Porifera
Grant, 1836
Klassen

Die Schwämme (Porifera, von lateinisch porus ‚Pore‘ und ferre ‚tragen‘) bilden einen der frühesten Tierstämme der vielzelligen Tiere (Metazoa). Sie leben die meiste Zeit ihres Lebens sessil, meist verankert auf harten Oberflächen, welche sie teils auch wie ein Überzug umwachsen können. Ihre Struktur ist durch Kollagen und teils mineralische Einlagerungen von Kalk und Silica stabilisiert. Der überwiegende Teil der Schwämme ernährt sich durch Filtration. Im Ökosystem der Korallenriffe leben sie oft in Symbiose mit Nesseltieren. Ihre Größe reicht von zwei Millimetern bis zu zwei Meter. Schwämme sind in der Lage, Licht, mechanische Reize, Wasserströmungen und Sedimentablagerungen wahrzunehmen und aktiv darauf zu reagieren. Obwohl weder spezialisierte Nervenzellen noch Sinneszellen oder echte Muskelzellen vorzukommen scheinen, können Schwämme zahlreiche Funktionen dieser Zelltypen auf ähnliche Art und Weise wie bei den höheren Vielzellern ausführen.

Anfang 2025 unterschied die Datenbank des World Register of Marine Species insgesamt 9.075 unterschiedliche Porifera-Arten.

Dabei kommen immer noch zahlreiche neue Arten hinzu; 2012 waren lediglich 8.300 unterschiedliche Schwämmspezies bekannt.

Bedeutende fossile Schwämme sind die Stromatoporen, die im Paläozoikum (Erdaltertum), hier besonders im Devon, und Mesozoikum (Erdmittelalter) wichtige Riffbildner waren. Diejenige Richtung der speziellen Zoologie, die sich der Erforschung der Schwämme widmet, wird als Spongiologie bezeichnet.

  1. L Rix, Jm de Goeij, D van Oevelen, U Struck, Fa Al-Horani, C Wild, Ms Naumann: Reef sponges facilitate the transfer of coral-derived organic matter to their associated fauna via the sponge loop. In: Marine Ecology Progress Series. Band 589, 23. Februar 2018, ISSN 0171-8630, S. 85–96, doi:10.3354/meps12443 (int-res.com [abgerufen am 2. April 2024]).
  2. L. Sherwood, H. Klandorf, P. Yancey: Animal Physiology: From Genes to Organisms. Cengage Learning, 2012, ISBN 978-1-133-70951-0, S. 150.
  3. Alexander Ereskovsky, Andrey Lavrov: Porifera. In: Invertebrate Histology. 1. Auflage. Wiley, 2021, ISBN 978-1-119-50765-9, S. 19–54, doi:10.1002/9781119507697.ch2 (wiley.com [abgerufen am 2. April 2024]).
  4. World Porifera Database - Species World Register of Marine Species, abgerufen am 5. Januar 2025
  5. Phylum Porifera Grant, 1826. In: Zhang, Z.-Q. (Editor) Animal biodiversity: An outline of higher-level classification and survey of taxonomic richness. Zootaxa 3148: 1–237. „Living Porifera includes 4 classes, 25 orders, 138 families, 722 genera, and 8,346 species as of 8 December 2012; fossil taxa include 4 classes, 34 orders, 191 families and 1032 genera, with a presently unknown number of described species.“