Schwarzafrikaner

Die Bezeichnungen Schwarzafrikaner und schwarzafrikanisch entstanden zur Zeit des europäischen Kolonialismus zur Abgrenzung von Menschen mit dunkler Hautfarbe und krausem Haar aus dem so genannten „Schwarzafrika“ südlich der Sahara gegenüber den hellhäutigeren Bevölkerungen Nordafrikas wie den indigenen Berbern. Die frühe Völkerkunde (Ethnologie) übernahm die Bezeichnung Schwarzafrikaner zur überregionalen Unterscheidung von Völkern in Kulturarealen oder größeren Kulturräumen; in der modernen Wissenschaft wird die Bezeichnung vermieden.

In der Sprache der Kolonisatoren wurde der nördliche Teil Weißafrika genannt und als „zivilisierter“ hervorgehoben, auch aufgrund seiner Geschichte als Grenzgebiet des Abendlandes (vergleiche die römische Provinz Africa; siehe auch Eurozentrismus). Zeitweise wurden Schwarzafrikaner auch „Mohren“ oder „Neger“ genannt. Diese Bezeichnungen sind heute rassistisch-abwertend. Als gedachte „Verbindungsrasse“ zwischen den Menschen der „zwei Afrikas“ wurde „Sudanneger“ als eigene Rasse konstruiert; diese Bezeichnung wurde noch 2004 in deutschsprachigen Schulbüchern verwendet.

  1. Susan Arndt: Kolonialismus Rassismus und Sprache: Kritische Betrachtungen der deutschen Afrikaterminologie. In: bpb – Bundeszentrale für politische Bildung. 30. Juli 2004, abgerufen am 13. Juni 2018.
  2. Susan Arndt, Antje Hornscheidt (Hrsg.): Afrika und die deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk. Unrast, Münster 2004, S. 204.
  3. Frantz Fanon: Die Verdammten dieser Erde. 6. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt 1994, S. ?? (französisch 1961: Les damnés de la terre).
  4. Kapitel „Mohr/Mohrin“, „Neger/Negerin“ und „Schwarzafrika“. In: Susan Arndt, Antje Hornscheidt (Hrsg.): Afrika und die deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk. Unrast, Münster 2004, S. 168–208.