Schwarzmeerflotte

Schwarzmeerflotte


Großes Wappen der Schwarzmeerflotte
Aufstellung 1783
Staat Russisches Kaiserreich 1914 Russisches Reich (1783–1917)
Sowjetunion 1955 Sowjetunion (1917–1991)
Russland Russland (seit 1991)
Streitkräfte Russische Streitkräfte
Teilstreitkraft Russische Marine
Typ Flotte
Hauptquartier Sewastopol
Auszeichnungen Rotbannerorden
Führung
Kommandeur Vizeadmiral Sergei Pintschuk

Die Schwarzmeerflotte (russisch Черноморский флот; transkribiert Tschernomorski flot) ist der Teil der früheren Kaiserlich Russischen Marine bzw. der sowjetischen Marine und der heutigen Seestreitkräfte Russlands, der in verschiedenen Häfen des Schwarzen Meeres und des Asowschen Meeres stationiert ist. In Friedenszeiten operieren Einheiten der Schwarzmeerflotte auch im Mittelmeer, die Passage durch Dardanellen und Bosporus wird Kriegsmarinen in Kriegszeiten (so seit Februar 2022) gemäß dem Vertrag von Montreux von 1936 von der Türkei unterbunden.

Über den Kanal vom Don zur Wolga besteht vom Schwarzmeer aus Anschluss an die Binnenschifffahrtswege in Russland, wodurch auch tief in Landesinnern gelegene Werften wie die Schiffswerft Selenodolsk 100 m lange Fregatten (Projekt 11661 „Gepard-Klasse“) herstellen und an die Flotten überstellen können. Der Hauptstützpunkt der Flotte ist seit dem 18. Jahrhundert die zentral im Schwarzmeer gelegene Hafenstadt Sewastopol an der Südwestspitze der Krim, die 1954 der Ukrainischen SSR unterstellt wurde und seit dem Zerfall der Sowjetunion zur Ukraine gehört. Die vertraglich geregelte fortdauernde Nutzung dieser Marinebasis durch Russland führte wiederholt zu Irritationen in den Beziehungen zwischen den Ländern. Aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine ist die Flotte seit 2022 interim vorwiegend im russischen Noworossijsk stationiert.

2010 zählte die Schwarzmeerflotte mehr als 16.000 Soldaten und über 40 Schiffe.