Schweizer Bahnhofsuhr

Die Schweizer Bahnhofsuhr wurde 1944 von dem Schweizer Ingenieur und Gestalter Hans Hilfiker für die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) entworfen. Sie zeichnet sich durch eine sehr klare, reduzierte Gestaltung mit schwarzen Skalenstrichen auf weissem Grund und balkenförmigen, schwarzen Stunden- und Minutenzeigern aus; Ziffern fehlen. Dieses auch aus grösserer Entfernung leicht ablesbare Layout wurde international zum Vorbild für Bahnhofsuhren.

1955 ergänzte Hilfiker in Zusammenarbeit mit dem Uhrenhersteller Moser-Baer die Uhr um einen roten Sekundenzeiger in Form eines dünnen Stabs mit runder Endscheibe, die an die Befehlskelle des Stationsvorstands erinnert. Technisch ist es eine Minutensprunguhr mit zusätzlicher schleichender Sekunde. Der Sekundenzeiger «bringt Ruhe in die letzte Minute und erleichtert die pünktliche Zugsabfertigung» (Hilfiker). Er läuft etwas zu schnell, sodass er zu jeder vollen Minute ca. 1,5 Sekunden stehenbleibt, um auf das Minutensignal zu warten. Sein minütlicher Stopp wird als besonderes Kennzeichen der Schweizer Bahnhofsuhr heute noch nachgebaut, obwohl die ursprünglichen technischen Einschränkungen, die zu dieser Lösung führten, nicht mehr zutreffen. Die Ergänzung um den roten Sekundenzeiger – teilweise auch mit minütlichem Stopp – wurde von anderen Bahngesellschaften übernommen.

Um ihr Engagement für Nachhaltigkeit darzustellen, hat die SBB im Frühling 2024 unter dem Motto «Ein Tick besser, ein Tick grüner» je eine Uhr in den Bahnhöfen Zürich, Lausanne und Bellinzona sowie den digitalen Uhren auf den Informationskanälen mit grünem Sekundenzeiger ausgestattet.

  1. Siemens, Aufschwung nach dem Krieg, 1937–1968 in www.siemens.com, abgerufen am 13. September 2025
  2. Die teure Schweizer Bahnhofsuhr, Die SBB-Bahnhofsuhr von Hans Hilfiker, nach 1955 in blog.nationalmuseum.ch, abgerufen am 17. September 2025
  3. Hans Hilfiker in: Hans Hilfiker, Ingenieur und Gestalter (= Reihe Schweizer Design-Pioniere 1). Museum für Gestaltung Zürich, 1984, S. 31, letzter Absatz.
  4. SBB stellt die Zeiger auf Grün: Halbierung der CO2-Emissionen bis 2030 in sbb.ch, abgerufen am 18. September 2025