Schwellenwert (Instinkttheorie)
Schwellenwert (auch: Eintrittsschwelle) ist ein Fachbegriff der vor allem von Konrad Lorenz und Nikolaas Tinbergen ausgearbeiteten Instinkttheorie der klassischen vergleichenden Verhaltensforschung (Ethologie). Er bezeichnet, in Anlehnung an die Reizschwelle in der Sinnesphysiologie, jenes Mindestmaß an „aktionsspezifischer Erregung“, das bei Erscheinen eines Schlüsselreizes gerade noch eine Instinktbewegung ermöglicht. „Reize, die diesen Wert nicht erreichen und dementsprechend keine erkennbare Reaktion hervorrufen, nennt man unterschwellig. Schwellenwerte sind keine absoluten Größen, sondern können von verschiedenen Innen- und Außenbedingungen beeinflußt werden.“
- ↑ Hanna-Maria Zippelius: Die vermessene Theorie. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Instinkttheorie von Konrad Lorenz und verhaltenskundlicher Forschungspraxis. Braunschweig: Vieweg 1992, S. 10, ISBN 3-528-06458-7.
- ↑ Eintrag Schwelle in: Klaus Immelmann: Grzimeks Tierleben, Ergänzungsband Verhaltensforschung. Kindler Verlag, Zürich 1974, S. 636.