Schwester Carrie

Schwester Carrie (en: Sister Carrie) ist der 1900 erschienene erste Roman von Theodore Dreiser. Er schildert den Aufstieg eines jungen Mädchens aus der Provinz zu einem gefeierten Bühnenstar in New York und den gleichzeitigen Abstieg ihres Liebhabers vom eleganten Weltmann zum obdachlosen Bettler. Er orientiert sich am naturalistischen Schreibkonzept von Emile ZolasLe roman expérimental“, an Honoré de Balzacs Formulierungslust und an den sozialdarwinistischen Konzepten Herbert Spencers. Die geschilderte uneheliche Beziehung zwischen den Hauptdarstellern bewirkte eine moralische Verurteilung durch das zeitgenössische Publikum und führte zuletzt zur Selbstzensur durch den Verleger.

Eine große Rolle im Roman spielt das Theater, als reale Institution und als Metapher für das gesellschaftliche Leben um 1900, das sich um Gesehen und Gesehen-werden dreht. Sowohl aus „ausgehaltene Frau“, die „ihre Unschuld verloren hat“, als auch als unerreichbarer Star und Ziel männlicher Wünsche und Projektionen, übt Carrie eine Form von Prostitution aus.