Schwimmhaus

Ein Schwimmhaus ist ein Wohngebäude oder Ferienhaus, das auf einem Ponton gebaut wurde und auf dem Wasser schwimmend an einem Ort fest verankert liegt. Es hat im Gegensatz zu einem Wohnschiff, Wohnboot oder Hausboot keinen Schiffsrumpf, keinen eigenen Antrieb und ist im Regelfall nicht autonom, sondern durch flexiblen Leitungen dauerhaft mit dem Strom-, Wasser- und Abwassernetz verbunden.

Die Grenzen zum Wohnschiff und Wohnboot sind allerdings fließend, da auch diese auf oder in fahrfähigen Schiffsrümpfen gebauten Behausungen oft fest verankert werden und zum Beispiel in Amsterdam mit dem öffentlichen Versorgungsnetz verbunden bleiben und oft keinen funktionsfähigen Motor mehr besitzen.

Umgangssprachlich wird im Deutschen unabhängig von der Bauweise und Fahrfähigkeit meist von Hausbooten gesprochen. Die mobilen und motorisierten Kabinenkreuzer, die zum Beispiel auf der Mecklenburgischen Seenplatte oder den Lausitzer Seen an Urlauber vermietet werden, unterliegen hierzulande aber anderen rechtlichen Regeln, besonders was die Entsorgung von Abwässern und die verkehrsrechtliche Zulassung als Schiff oder Sportboot betrifft. Im amerikanisch-kanadischen Sprachgebrauch werden float houses ohne Antrieb von houseboats mit Motor unterschieden.

  1. Genehmigungsleitfaden. (PDF; 1490 kB) Website der Hansestadt Hamburg, S. 4; abgerufen am 22. Mai 2015. Hausboote und schwimmende Häuser sind in Hamburg unter dem Sammelbegriff „Lieger“ erfasst. „Lieger“ ist ein Begriff aus der Hafenverkehrsordnung und umfasst zwei durch ihre Bauweise unterschiedliche Typen: Hausboote und Schwimmende Häuser. Ein Hausboot ist schiffsähnlich und bezieht den Rumpf in die Nutzung ein; bei einem schwimmenden Haus ist der Bau / der Aufenthaltsraum auf ein Ponton gestellt. Die rechtliche Beurteilung und wasserrechtliche Genehmigung bezieht sich auf „ortsfest“ gemachte Lieger, da „in Fahrt“ befindende Lieger in das Schiffsregister eingetragen werden müssen. Beiden Typen ist jedoch gemein, dass bestimmte Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden müssen.
  2. Udo A. Hafner, Torsten Moench: Hausboote, Leben auf dem Wasser. 1. Auflage. Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2013, ISBN 978-3-7688-3570-1, S. 126–133.