Seegfrörnen des Bodensees

In der Vergangenheit war es in einigen Wintern am Bodensee so kalt, dass (oft im Januar oder Februar) auf großen Teilen des Sees eine Eisschicht entstand, die auch Menschen tragen konnte. Dieses Phänomen wurde in deutschem Bodenseealemannisch Seegfrörne des Bodensees (Zufrieren des Bodensees) genannt und in Schweizer Hochalemannisch Seegfrörni. Auch der zuletzt zufrierende Teil, der Obersee, konnte dann zu Fuß überquert werden.

Der Bodensee ist einer der größten Seen Europas. Dokumente zu vergangenen Seegfrörnen gelten wegen seines großen Volumens (48 km³) und seiner großen Tiefe als bedeutendes Klimaarchiv für Kälteanomalien in Zentraleuropa, mit dem sich auch Klimamodelle kalibrieren lassen.

Der Bodensee war letztmals im Winter 1962/63 komplett überfroren. Der Winter 1962/63 in Europa war in Deutschland der strengste Winter des 20. Jahrhunderts.