Seelenbild

Das Seelenbild ist ein Konzept in der Analytischen Psychologie nach Carl Gustav Jung (1875–1961). Es handelt sich dabei um ein inneres Bild im Gegensatz zu der nach außen orientierten Persona, die bei den Schauspielern der Antike als „Maske“ galt. C. G. Jung ordnet dem inneren Bild die innere Einstellung und der Persona die äußere zu. Die innere Einstellung wird vom Unbewussten dargestellt. Dabei wird das Seelenbild unbewusst meist durch Personen repräsentiert, die mit den jeweils ihrem Charakter entsprechenden innenpsychologischen Eigenschaften ausgestattet sind. Gelegentlich sind es auch ganz unbekannte oder mythologische Personen. Dabei ist jedoch die Gegensatzstruktur der Enantiodromie in besonderer Weise zu beachten. Sie betrifft nicht nur das Geschlechterverhältnis. Bei Männern und Frauen ist das das Seelenbild als bildliche Personifikation der Seele zu verstehen, die Jung begrifflich von der Psyche abgrenzt. Das Seelenbild ist prinzipiell gegensätzlich zur äußeren Einstellung (Persona) angelegt. Für eine weibliche Person wird das Seelenbild vom Unbewussten durch den Animus dargestellt, für Männer als Anima.

    1. S. 498, § 802 zu Stw. „Maske“;
    2. S. 502, § 809, Lemma „Seele“ zu Stw. „Enantiodromie“;
    3. S. 496-498 f., § 799-803 zu Kap. „Seele“, Stw. „Psyche (mit von Seele abweichender Definition)“;
    4. S. 500, § 805 zu Stw. „Anima“;
    5. S. 502 f., § 810 zu Lemma „Seelenbild“;