Seelentaubheit

Klassifikation nach ICD-10
R48.1 Agnosie
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Klassifikation nach ICD-11
MB4B.1 Agnosie
MB4B.Y Sonstige näher bezeichnete Werkzeugstörungen
ICD-11: EnglischDeutsch (Vorabversion)

Als Seelentaubheit, auch akustische Agnosie oder auditive Agnosie, bezeichnet man eine Störung des Hörverständnisses. Dabei können die Betroffenen zwar hören, das Gehörte aber nicht erkennen. Während das Erkennen von Sprache, Umweltgeräuschen und akustischen Gefühlausdrücken gestört ist, können die Betroffenen sprechen, lesen und schreiben.

Bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurde der Begriff als „Verlust der akustischen Erinnerungsbilder bei erhaltenen Gehör und Verstand, Worttaubheit, sensorische Aphasie“ (zitiert nach Dornblüth) definiert. Das Krankheitsbild bildet sich ursprünglich in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde ab. Die dabei vorhandenen Störungen sind schematisch im Wernicke-Lichtheim-Schema als Unterbrechung der Verbindung zwischen dem sensorischen Sprachzentrum und dem Begriffszentrum dargestellt.

  1. Seelentaubheit, www.duden.de
  2. Otto Dornblüth: Klinisches Wörterbuch. 13/14. Auflage. 1927; textlog.de abgerufen am 9. Juni 2009.
  3. H. Loebell: Seelentaubheit. In: European Archives of Oto-Rhino-Laryngology, Volume 154, Numbers 1–2 / April 1944, Springer; springer.com, doi:10.1007/BF01974186
  4. Roche Lexikon Medizin. 5. Auflage. Urban & Fischer, 2003; tk-online.de abgerufen am 9. Juni 2009.