Selektiver Mutismus
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| F94.0 | Elektiver Mutismus |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
| Klassifikation nach ICD-11 | |
|---|---|
| 6B06 | Selektiver Mutismus |
| ICD-11: Englisch • Deutsch (Vorabversion) | |
Selektiver Mutismus (auch: elektiver Mutismus; englisch selective: „auswählend, punktuell“, elective: „wahlweise“, lateinisch mutus: „stumm“) bezeichnet in der Kinder- und Jugendpsychiatrie eine emotional bedingte psychische Störung, bei der die sprachliche Kommunikation stark beeinträchtigt ist. Selektiver Mutismus ist durch selektives Sprechen mit bestimmten Personen oder in definierten Situationen gekennzeichnet. Im Unterschied zum totalen Mutismus ist die Verstummung nicht vollständig.
Artikulation, Sprachverständnis und -ausdruck der Betroffenen liegen hingegen in der Regel im Normbereich, allenfalls sind sie leicht entwicklungsverzögert.
Nach heutigem Erkenntnisstand erscheint die Begrifflichkeit des „selektiven Mutismus“ als passendere Beschreibung, da das Verstummen keinesfalls frei gewählt wird und damit also nicht im Wortsinne „elektiv“ ist.
- ↑ Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie: Elektiver Mutismus (F94.0) ( vom 11. Mai 2012 im Internet Archive)
- ↑ R. Bahr: (S)elektiver Mutismus: Eine systemische Perspektive für Therapie und Beratung. In: Die Sprachheilarbeit. Band 43, 1998, S. 28–36.