Selkupische Sprache
| Selkupisch | ||
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Gesprochen in |
Russland | |
| Sprecher | ca. 1.500 | |
| Linguistische Klassifikation |
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| Sprachcodes | ||
| ISO 639-1 | – | |
| ISO 639-2 | sel | |
| ISO 639-3 | sel | |
Die selkupische Sprache (früher auch Ostjak-Samojedisch oder Wald-Samojedisch genannt) ist eine der samojedischen Sprachen. Diese bilden gemeinsam mit den finno-ugrischen Sprachen die uralische Sprachfamilie. Selkupisch ist die einzige noch existierende südsamojedische Sprache. Sie wird vom Volk der Selkupen in der Region zwischen den Flüssen Ob und Jenissei gesprochen. Die Zahl der Muttersprachler wird mit rund 1.500 angegeben (etwa die Hälfte des selkupischen Volkes). Im täglichen Umgang setzt sich jedoch immer mehr das Russische durch. Bis zur vierten Klasse wird an manchen Schulen noch in Nord-Selkupisch unterrichtet.
Das Wort Selkup (šöľqup) bedeutet ursprünglich Mensch im Norden.
Vor der russischen Revolution von 1917 gab es nur wenige religiöse Texte, die im Rahmen der Christianisierung in selkupischer Sprache festgehalten wurden. Eine selkupische Schriftsprache wurde systematisch erst 1931 entwickelt. Man benutzte zunächst das lateinische Alphabet. Ab 1940 und revidiert 1986 ging man zum kyrillischen Alphabet über. Wichtige Forscher des Selkupischen waren Matthias Alexander Castrén und Kai Donner.
Heute wird Unterricht in selkupischer Sprache innerhalb der Schulbildung für die Selkupen zwar gesetzlich (fakultativ) garantiert, aber praktisch nicht umgesetzt. Eine bekannte selkupische Sprachaktivistin ist Darja Jegerewa, die im Dezember 2025 wegen angeblicher „Teilnahme an einer terroristischen Organisation“ verhaftet wurde.
- ↑ Dariya Egereva: The intervention of Darya Egereva at the 18th Session of the United Nations Permanent Forum on Indigenous Issues. In: Indigenous Russia. (englisch, indigenous-russia.com [abgerufen am 19. Februar 2026]).
- ↑ Prozess gegen indigene Menschenrechtsverteidigerin in Russland beginnt – Sorge um Daria Egereva. In: gfbv.de. Gesellschaft für bedrohte Völker, abgerufen am 14. Februar 2026.