Semtex

Semtex ist der Handelsname eines Plastiksprengstoffs, der außer bei kommerziellen Sprengungen auch zu militärischen Zwecken eingesetzt wird. Industriell hergestelltes Semtex muss in den meisten Staaten gemäß Montrealer Übereinkommen mit Markierungsstoffen versetzt werden, die das Auffinden des Sprengstoffes durch Hunde und Sprengstoffdetektoren ermöglichen.

Erfunden wurde Semtex 1966 von Stanislav Brebera, einem Chemiker der VCHZ Synthesia. Erstmals hergestellt wurde der Sprengstoff von der Firma Semtin Glassworks in der Tschechoslowakei (später VCHZ Synthesia, heute Explosia). Benannt ist Semtex nach Semtín, einer Vorstadt von Pardubice in Ostböhmen.

In den 1970er-Jahren exportierte die Tschechoslowakei Semtex unter anderem nach Libyen, von wo es in die Hände der IRA und palästinensischer Terrorgruppen gelangte. Bei mehreren Terrorangriffen, darunter die Flugzeug-Anschläge von Lockerbie 1988 und im Niger 1989 kam Semtex zum Einsatz.

  1. J. Köhler, R. Meyer, A. Homburg: Explosivstoffe. 10., vollständig überarbeitete Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2008, ISBN 978-3-527-32009-7, S. 264.
  2. BGBl. III Nr. 135/1999
  3. BEGEHRTE KNETE AUS BÖHMEN. In: Der Spiegel. 7. November 1993, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 26. März 2026]).