Sergei Leonidowitsch Magnitski
Sergei Leonidowitsch Magnitski (russisch Сергей Леонидович Магнитский; * 8. April 1972 in Odessa, Ukrainische SSR, Sowjetunion; † 16. November 2009 Moskau) war ein russischer Wirtschaftsprüfer.
Im Rahmen seiner Tätigkeit für das Unternehmen Hermitage Capital Management gab er den Anstoß für eine behördliche Untersuchung, die illegale Steuerrückerstattungen zugunsten korrupter Beamter im russischen Innenministerium aufklären sollte. Kurze Zeit später wurde er selbst der Mittäterschaft zur Steuerhinterziehung beschuldigt. Magnitski wurde im November 2008 verhaftet und starb etwa ein Jahr später im Moskauer Untersuchungsgefängnis Matrosskaja tischina an seinen verschärften Haftbedingungen.
Der Fall Magnitski belastete die Beziehungen zwischen den USA und Russland erheblich. Er wurde von einem russischen Gericht im Juli 2013 postum wegen Steuerhinterziehung schuldig gesprochen. In den zehn Jahren bis 2019 musste niemand in Russland die Verantwortung für den Tod übernehmen. Da der Prozess unfair und die medizinische Versorgung in der Haftanstalt unzureichend gewesen sei, verurteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte im Mai 2019 Russland zu einer Strafzahlung.
- ↑ Mikhail Fishman: Der mysterioese Tod eines russischen Anwalts in Haft. In: Welt Online. 11. Mai 2011. Abgerufen am 31. Juli 2011.
- ↑ Schuster: Sergej Magnitski nicht vergessen. Website der FDP-Bundestagsfraktion, 16. November 2010. Abgerufen am 31. Juli 2011.
- ↑ Julia Smirnova: Gericht spricht toten Anwalt Magnitski schuldig. In Welt Online. 11. Juni 2013. Abgerufen am 17. Juni 2018.
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- ↑ Russland im Magnitski-Fall verurteilt. Auf tagesschau.de. 27. August 2019. Abgerufen am 27. August 2019.