Serpierit

Serpierit
Serpierit von den Schlackenhalden der Zinkhütte Genna, Letmathe, Nordrhein-Westfalen
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Spe

Chemische Formel
  • Ca(Cu,Zn)4(SO4)2(OH)6·3H2O
  • (Cu,Zn)4Ca[(OH)6|(SO4)2]·3H2O
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfate (Selenate, Tellurate, Chromate, Molybdate und Wolframate)
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VI/D.05
VI/D.19-020

7.DD.30
31.06.02.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch; 2/m
Raumgruppe C2/c (Nr. 15)Vorlage:Raumgruppe/15
Gitterparameter a = 22,186 Å; b = 6,250 Å; c = 21,853 Å
β = 113,36°
Formeleinheiten Z = 8
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 2, 3,5 bis 4
Dichte (g/cm3) gemessen: 3,07; berechnet: 3,08
Spaltbarkeit vollkommen nach {100}
Farbe himmelblau, im Durchlicht grünlichblau
Strichfarbe grünlichweiß
Transparenz durchsichtig
Glanz Glasglanz, auf Spaltflächen Perlglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nα = 1,584(3)
nβ = 1,642(3)
nγ = 1,647(3)
Doppelbrechung δ = 0,063
Optischer Charakter zweiachsig negativ
Achsenwinkel 2V = 33° bis 37° (gemessen), 37° (berechnet)

Serpierit ist ein relativ selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfate (Selenate, Tellurate, Chromate, Molybdate und Wolframate)“ mit der chemischen Zusammensetzung (Cu,Zn)4Ca[(OH)6|(SO4)2]·3H2O und damit chemisch gesehen ein wasserhaltiges Kupfer-Zink-Calcium-Sulfat mit zusätzlichen Hydroxidionen. Die in den runden Klammern angegebenen Elemente Kupfer und Zink können sich dabei in der Formel jeweils gegenseitig vertreten (Substitution, Diadochie), stehen jedoch immer im selben Mengenverhältnis zu den anderen Bestandteilen des Minerals.

Serpierit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt typischerweise dünntafelige Kristalle, die meist zu büscheligen Aggregaten zusammentreten. Bekannt sind aber auch traubige bis faserige Massen. Die durchsichtigen Kristalle sind im Allgemeinen von himmelblauer Farbe, wobei diese im Durchlicht auch grünlichblau erscheinen kann. Unverletzte Kristallflächen zeigen einen glasähnlichen Glanz, Spaltflächen schimmern dagegen eher perlmuttähnlich.

Serpierit kommt in der Regel als Sekundärmineral in der Oxidationszone von hydrothermal gebildeten Cu–Zn-Lagerstätten vor.

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