Sevillanas (Film)

Film
Titel Sevillanas
Produktionsland Spanien
Originalsprache Spanisch
Erscheinungsjahr 1992
Länge 53 Minuten
Stab
Regie Carlos Saura
Drehbuch Carlos Saura
Produktion Juan Lebrón
Musik Manolo Sanlúcar
musikalische Leitung
Kamera José Luis Alcaine
Schnitt Pablo G. del Amo
Besetzung
Tanz:

Musik:

Sevillanas ist ein spanischer Film aus dem Jahr 1992 von Carlos Saura über die vielfältigen Erscheinungsformen des gleichnamigen populären Tanz-Genres. Neben bedeutenden Sevillanas-Interpreten, wie den Gruppen Los Romeros de la Puebla und Salmarina oder dem Komponisten zahlreicher Sevillanas, dem Sänger und Pianisten Manuel Pareja Obregón demonstrieren namhafte Stars der Flamenco-Szene ihre Auseinandersetzung mit den künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten dieses populären Tanzes.

Der Film wurde von Carlos Saura nicht als Dokumentation zur Geschichte und Stilistik der Sevillanas konzipiert, sondern als filmische Impression über das künstlerische Evolutionspotential eines ursprünglich volkstümlichen Genres. Der Regisseur bricht daher bewusst mit den Mitteln des traditionellen Dokumentarfilms und verzichtet auf erläuternde Kommentare und die Darstellung der Sevillanas in ihrem realen sozialen Kontext. Wie in seinem späteren Film „Flamenco“ (1995) agieren die Künstler in einem Studio mit einem minimalistischen, überwiegend auf ausgeleuchtete Trennwände beschränkten Bühnenbild. Der Vorspann und Prolog, sowie kurze Szenen mit den Vorbereitungen der Mitwirkenden auf ihren Auftritt oder der unverstellte Blick hinter die Kulissen des Studios erzeugen eine von Carlos Saura bereits in „Bodas de sangre“ (1981) als Stilmittel eingesetzte Mehrschichtigkeit, bei der den Akteuren und Zuschauern immer bewusst bleibt, dass sie Teil einer artifiziellen Inszenierung sind.

Der Film dokumentiert das erste gemeinsame Zusammenspiel der Gitarren-Legenden Paco de Lucía und Manolo Sanlúcar (Sevillanas a dúo), aber auch einen der letzten Auftritte des von seiner Krebserkrankung gezeichneten Flamencosängers Camarón de la Isla, der nur wenige Monate nach Veröffentlichung des Films verstarb.

  1. El País (online) Artikel vom 25. September 1991 über die Vorarbeiten zum Film und die Intentionen des Regisseurs (spanisch), abgerufen am 22. November 2020
  2. Kersten Knipp: Flamenco. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-518-45824-8, S. 230 f.